Kaufberatung
Welche Smartwatch zu Ihnen passt, hängt zuerst von Ihrem Smartphone und davon ab, wofür Sie die Uhr nutzen. Die Uhr zeigt Mitteilungen an, unterstützt beim Training und erfasst je nach Modell Gesundheits- oder Aktivitätsdaten. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt auch davon ab, wie gut sie mit Ihrem Smartphone zusammenarbeitet.
Prüfen Sie zuerst, ob die Uhr mit Ihrem Smartphone zusammenarbeitet. Wählen Sie danach nach Alltag, Sport, Akkulaufzeit und gewünschter Unabhängigkeit vom Handy. So vermeiden Sie eine Uhr, deren wichtige Funktionen mit Ihrem Smartphone nicht verfügbar sind.
Smartphone zuerst prüfen
Notieren Sie vor dem Vergleich das genaue Smartphone-Modell und dessen Betriebssystemversion. Suchen Sie dann auf der Herstellerseite nach der Kompatibilität mit genau dieser Uhrengeneration. Auch nach erfolgreicher Kopplung stehen möglicherweise nicht alle Funktionen zur Verfügung.
Die Apple Watch ist mit iPhones kompatibel; für aktuelle Modelle nennt Apple konkrete Mindestanforderungen an iPhone und iOS. Die Apple-Kompatibilitätsübersicht hilft auch beim Prüfen älterer Generationen. Für die Galaxy Watch9 und Watch Ultra2 verlangt Samsung Android 13 oder höher; iOS wird bei diesen Modellen nicht unterstützt. Die Kompatibilitätsübersicht von Samsung führt die Anforderungen auf. Auch für die Pixel Watch brauchen Sie ein kompatibles Android-Smartphone. Google listet Mindestversionen und regionale Verfügbarkeit für die einzelnen Modelle.
Auch eine Uhr, die sich mit Android und iOS verbinden lässt, bietet nicht zwingend auf beiden Plattformen dieselben Funktionen. Huawei nennt für die WATCH GT 6 beide Betriebssysteme als kompatibel, weist aber auf Einschränkungen einzelner Funktionen bei iPhones hin. Prüfen Sie deshalb die Anforderungen für Ihre gewünschten Funktionen auf der Huawei-Produktseite.
Smartwatch für Alltag und Sport auswählen
Im Alltag sind ein gut lesbares Display, bequemer Sitz und einfache Bedienung wichtig, wenn Sie Mitteilungen lesen oder Anrufe annehmen. Überlegen Sie, ob Sie Nachrichten nur ansehen oder auch beantworten möchten und wie häufig Sie die Uhr laden wollen. Zusätzliche Sport- und Gesundheitsfunktionen bringen wenig, wenn Sie sie nicht nutzen.
Beim Training sollten Sie prüfen, ob die Uhr Ihre Sportarten unterstützt und welche Daten sie dabei aufzeichnet. Bei längeren Strecken zählen die Laufzeit mit GPS, also der Ortung über Satelliten, die Navigation und die Möglichkeit, Musik ohne Smartphone zu hören. Diese Angaben sind wichtiger als die Laufzeit im normalen Uhrenbetrieb. Wer vor allem eine lange Zeit zwischen den Ladevorgängen sucht, sollte die Angaben für den eigenen Nutzungsmodus vergleichen.
Akkulaufzeit richtig vergleichen
Hersteller nennen Laufzeiten unter unterschiedlichen Bedingungen. Samsung gibt für die Galaxy Watch9 mit 44 Millimetern bis zu 40 Stunden bei ausgeschaltetem und bis zu 30 Stunden bei eingeschaltetem Always-on-Display an. Das Always-on-Display zeigt die Uhrzeit dauerhaft an. Garmin nennt für die Venu 4 im Smartwatch-Modus bis zu 10 Tage bei der 41-Millimeter-Version und bis zu 12 Tage bei der 45-Millimeter-Version. Mit GPS und Musik sinken die Angaben auf bis zu 6 beziehungsweise 9 Stunden. Die Akkuangaben für die Venu 4 unterscheiden also klar zwischen Alltag und Training.
Vergleichen Sie daher dieselbe Nutzung: GPS-Training mit GPS-Training, Always-on-Betrieb mit Always-on-Betrieb. Display und Messungen beeinflussen ebenfalls den Verbrauch. Benachrichtigungen und Musik spielen dabei eine Rolle, ebenso der Mobilfunk. Eine lange Laufzeit im sparsamen Modus sagt wenig darüber aus, wie lange die Uhr bei häufigem GPS-Einsatz durchhält.
Mobilfunkversion und Tarif prüfen
Mit einer Mobilfunkversion können Sie mit der Uhr telefonieren und Daten nutzen, auch wenn Ihr Smartphone nicht in der Nähe ist. Dafür müssen Uhr, Mobilfunkanbieter und Tarif zusammenpassen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Anbieter genau dieses Modell unterstützt und welche Kosten für die Nutzung anfallen. Apple weist außerdem darauf hin, dass Mobilfunk die Batterie stärker beansprucht; die Hinweise zur Mobilfunknutzung erläutern die Voraussetzungen für die Apple Watch.
Wasserschutz und Gesundheitsfunktionen prüfen
ATM-Angaben zeigen, welchem Wasserdruck die Uhr bei einer Prüfung standhält. IP-Schutzklassen geben an, wie gut sie gegen Staub und Wasser geschützt ist. Beides sagt nicht aus, dass die Uhr für jede Aktivität im Wasser geeignet ist. Prüfen Sie, ob der Hersteller das konkrete Modell zum Schwimmen freigibt. Klären Sie ebenso, ob der Hersteller Wassersport und Tauchen freigibt. Apple unterscheidet beispielsweise nach Modell und weist darauf hin, dass die Wasserbeständigkeit mit der Zeit abnehmen kann. Die Apple-Hinweise zur Wasserbeständigkeit nennen auch Einschränkungen für bestimmte Armbänder. Heiße Duschen und Saunagänge sind nicht automatisch durch eine Wasserangabe abgedeckt.
Gesundheitsfunktionen sollten Sie nach ihrem Zweck und ihren Voraussetzungen beurteilen. Ein Sensor bedeutet nicht, dass die Messwerte medizinisch genau sind. Die Uhr ersetzt keine ärztliche Diagnose. Für Samsungs EKG-Funktion, die die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet, und die Blutdruckfunktion gelten eigene Anforderungen an Uhr und Smartphone. Samsung verlangt für die Blutdruckmessung außerdem einen regelmäßigen Abgleich mit einem Oberarmmessgerät und beschreibt die Voraussetzungen für Samsung Health Monitor. Nutzen Sie solche Messwerte nur zur Orientierung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.
Smartwatch vor dem Kauf prüfen
Prüfen Sie vor der Auswahl diese Punkte:
- Ist Ihr genaues Smartphone-Modell mit der Uhrengeneration kompatibel?
- Sind die gewünschten Funktionen mit Ihrem Smartphone und in Deutschland verfügbar?
- Passt die Akkulaufzeit zu Ihrem Alltag oder zu Ihren GPS-Trainingseinheiten?
- Unterstützt Ihr Anbieter die Mobilfunkversion, falls Sie ohne Smartphone telefonieren möchten?
- Ist die Uhr für Ihre geplante Nutzung im Wasser freigegeben?
Wenn Sie Daten zu Bewegung, Standort oder Gesundheit synchronisieren, prüfen Sie außerdem, welches Konto und welche Smartphone-App die Uhr benötigt. Achten Sie darauf, ob Sie einzelne Datenfreigaben steuern und gespeicherte Daten löschen oder exportieren können. Die Verbraucherzentrale beschreibt, wie der Data Act den Zugang zu Gerätedaten regelt; personenbezogene Daten unterliegen weiterhin den Datenschutzvorgaben.