Vergleichen Sie zuerst Größe, Brennweitenbereich und Anschlüsse; prüfen Sie danach Videoformate, Speicherkarte und Lieferumfang. Die Modellbeispiele veranschaulichen unterschiedliche Profile und folgen keiner allgemeinen Rangfolge.

Kompaktkamera oder Systemkamera?

Eine Kompaktkamera ist praktisch, wenn Sie mit einem Gerät auskommen und das Objektiv nicht wechseln möchten. Reisezoomkameras decken einen großen Brennweitenbereich ab. Die Brennweite beschreibt, wie weit oder eng der Bildausschnitt ist. Die Angabe in Kleinbild- oder 35-mm-Äquivalenten zeigt, welchem Bildausschnitt die Brennweite entspricht. So lassen sich Kameras vergleichen.

Die Panasonic LUMIX TZ99 bietet laut Hersteller 24 bis 720 mm Kleinbildäquivalent und einen 30-fachen optischen Zoom. Die Sony RX100 VII deckt 24 bis 200 mm mit einem 8-fachen optischen Zoom ab. Mit der Panasonic können Sie weiter entfernte Motive größer aufnehmen. Der größere Zoombereich sagt allein aber nichts darüber aus, wie gut die Kamera bei wenig Licht oder schnellen Bewegungen fotografiert.

Eine Systemkamera passt, wenn Sie je nach Motiv ein anderes Objektiv nutzen möchten. Ein Objektiv mit längerer Brennweite eignet sich etwa für weiter entfernte Motive; ein lichtstärkeres Objektiv lässt mehr Licht auf den Sensor. Objektiv und Zubehör erhöhen allerdings Gewicht und Kosten des gesamten Sets. Prüfen Sie daher, welches Objektiv im gewählten Set enthalten ist und ob es Ihren üblichen Bildausschnitt abdeckt.

Kamerabeispiele nach Einsatz

Einsatzprofil Beispiel und Herstellerangaben Vor dem Kauf bedenken
Viel Zoom ohne Objektivwechsel Panasonic LUMIX TZ99: 20,3 Megapixel, 24–720 mm Kleinbildäquivalent, 4K-Video Die große Reichweite ist praktisch auf Reisen. Die Zoomangabe belegt nicht die Bildqualität bei wenig Licht.
Kompaktkamera mit Sucher Sony RX100 VII: 1-Zoll-Sensor mit 20,1 Megapixeln, 24–200 mm Kleinbildäquivalent, 4K-Video und Mikrofoneingang Das Objektiv ist fest eingebaut. Ein Wechsel auf andere Brennweiten ist nicht möglich.
Wechselobjektivkamera für Alltag und Video Canon EOS R50 mit RF-S 18–45 mm: APS-C-Sensor mit 24,2 Megapixeln, UHD 4K mit 30 Bildern pro Sekunde, schwenkbarer Bildschirm und Mikrofoneingang Prüfen Sie, ob der Bildwinkel des Kitobjektivs für Ihre Motive reicht und welche Ladeausstattung das konkrete Set enthält.
Wechselobjektivkamera mit 4K 60p Nikon Z50II: DX-Sensor mit 20,9 Megapixeln, SD-Kartensteckplatz mit UHS-II-Unterstützung Nikon gibt für 4K mit 60 Bildern pro Sekunde einen Bildausschnitt an. Das Ladegerät ist laut Hersteller beim genannten Gehäusepaket nicht enthalten.

Die Angaben stammen von den jeweiligen Herstellern. Sie ersetzen keinen unabhängigen Vergleich der Bildqualität, der Autofokusleistung oder der Bedienung. Megapixel bezeichnen die Bildauflösung, sind aber allein kein verlässliches Kriterium dafür, welche Kamera für Sie bessere Fotos macht. Sensorformat, Objektiv und Einsatz spielen ebenfalls eine Rolle.

Video gezielt vergleichen

Die Angabe „4K“ reicht für einen Videokauf nicht aus. Prüfen Sie, welche Bildrate der gewünschte Aufnahmemodus bietet und ob die Kamera dabei einen engeren Bildausschnitt verwendet. Diesen Ausschnitt nennt man oft „Crop“: Die Kamera verwendet einen kleineren Teil des Bildes. Dadurch wirkt der Bildwinkel enger.

Auch der Ton zählt. Wenn Sie ein externes Mikrofon anschließen möchten, brauchen Sie einen passenden Mikrofoneingang. Canon nennt für die EOS R50 einen solchen Eingang. Vergleichen Sie außerdem, welche Speicherkarte die Kamera für den gewünschten Videomodus verlangt. Hohe Auflösung allein verrät nicht, ob sich eine Kamera für Ihre konkrete Aufnahme eignet.

Karte und Objektiv abgleichen

Eine Speicherkarte muss zum Steckplatz und zum Aufnahmemodus passen. Neben der Kapazität zählt die Schreibgeschwindigkeit, also wie schnell die Karte neue Bild- oder Videodaten speichern kann. Die SD Association erklärt die Geschwindigkeitsklassen und empfiehlt, mindestens die für den jeweiligen Kameramodus verlangte Klasse zu verwenden. Eine schnellere Karte bringt keinen Vorteil, wenn Kamera und Aufnahmeformat sie nicht nutzen.

Bei einer Systemkamera müssen Bajonett und Objektiv zusammenpassen. Das Bajonett ist die Verbindung, mit der das Objektiv an der Kamera befestigt wird. Adapter verbinden manche Objektive mit einem anderen Kamerasystem, erhalten aber nicht zwingend alle Funktionen. Canon nennt beispielsweise einen Adapter für EF-Objektive an EOS-R-Kameras; EF-M-Objektive werden dabei nicht unterstützt. Prüfen Sie für ein vorhandenes Objektiv immer das genaue Modell und die Angaben zur Kompatibilität.

Akku und Lieferumfang prüfen

Herstellerangaben zur Akkulaufzeit beruhen auf einem standardisierten Messverfahren der CIPA. Die Zahl ist ein Vergleichswert und keine garantierte Anzahl von Fotos bei Ihrer eigenen Nutzung. Wenn Sie lange unterwegs fotografieren, prüfen Sie, ob ein Ersatzakku nötig ist und ob ein Ladegerät zum Set gehört.

Auch USB-Laden ist modellabhängig. Sony erklärt für die ILCE-6400, dass das Laden über einen Computeranschluss nur bei ausgeschalteter Kamera funktioniert. Prüfen Sie für die konkrete Kamera, ob sie im ausgeschalteten Zustand lädt, während der Aufnahme mit Strom versorgt werden kann oder beides unterstützt. Kontrollieren Sie außerdem den Lieferumfang des jeweiligen Sets: Akku, Ladegerät, Kabel und Objektiv können je nach Variante unterschiedlich enthalten sein.

Häufige Fehlkäufe vermeiden

Megapixelzahl und Zoomfaktor allein zeigen nicht, ob eine Kamera zu Ihren Motiven passt. Entscheidend ist auch, ob Autofokus, Objektiv und Bedienung dafür geeignet sind. Ein großer Zoomfaktor beschreibt die Reichweite, nicht die Leistung in jeder Lichtsituation. Entscheiden Sie deshalb zuerst, was Sie überwiegend fotografieren, und vergleichen Sie dann passende Kameratypen.

Bei Wechselobjektivkameras zählt außerdem das ganze Set. Ein günstiges Gehäuse hilft wenig, wenn das benötigte Objektiv fehlt oder später zusätzliche Ausgaben für Karte, Ersatzakku und Ladegerät anfallen. Bei der Kartenwahl sollten Sie die verlangte Geschwindigkeit für Ihr Videoformat prüfen. Bei vorhandenen Objektiven klären Sie vor dem Kauf, ob sie direkt passen oder einen Adapter benötigen.