Legen Sie zuerst den Montageort fest und entscheiden Sie, wo die Kamera Aufnahmen speichern soll. Prüfen Sie dann, ob Netzstrom, Akku oder Netzwerkkabel passen und ob sich die Kamera mit Ihrem WLAN und Ihren Smart-Home-Geräten verbinden lässt.

Einsatzort und Bildausschnitt festlegen

Überlegen Sie vor dem Kauf, welche Fläche auf dem Bild zu sehen sein soll. Ein weiter Blickwinkel zeigt mehr Fläche. Bei gleicher Auflösung verteilen sich die Bildpunkte dann auf einen größeren Bereich. Wenn Sie Details an einer Tür oder einem Tor erkennen möchten, zählen deshalb auch der Abstand zur Kamera, die Montagehöhe und die Beleuchtung. Megapixel allein sagen nicht, wie gut ein bestimmtes Detail später zu sehen ist.

Für draußen muss die Kamera für den geplanten Montageort geeignet sein. Prüfen Sie die vom Hersteller angegebene Witterungsbeständigkeit und den zulässigen Temperaturbereich. Die Schutzklasse allein zeigt nicht, ob die Kamera an einem ungeschützten Platz mit starker Witterung geeignet ist. Bei Nachtsichtangaben sollten Sie außerdem beachten, dass eine ausgewiesene Reichweite keine Garantie für klar erkennbare Gesichter in jeder Situation ist.

Eine schwenkbare Kamera kann einen größeren Bereich abdecken. Sie lässt sich aber auch in Richtungen bewegen, die Sie gar nicht überwachen wollen. Richten Sie die Kamera so aus, dass sie nur den benötigten Bereich Ihres Grundstücks erfasst.

Strom und Aufnahme planen

Eine Kamera mit Netzstrom eignet sich, wenn am Montageort eine Stromversorgung vorhanden ist und die Aufnahme durchgehend laufen soll. Für eine PoE-Kamera wird Strom über das Netzwerkkabel übertragen; PoE steht für „Power over Ethernet“. Dafür braucht es eine passende Stromquelle, zum Beispiel einen kompatiblen Netzwerkschalter oder Rekorder.

Eine Akku-Kamera spart das Stromkabel, zeichnet aber je nach Modell nur bei Bewegung auf. Prüfen Sie ausdrücklich, ob Daueraufnahme unterstützt wird. TP-Link schließt sie bei seinen akkubetriebenen Tapo-Modellen laut Herstellerhinweisen zu Tapo-Kameras aus. Auch bei Solarmodellen sollten Sie klären, welche Aufnahmefunktionen verfügbar sind und wie Laden und Wartung vorgesehen sind.

Bei einem Standort ohne geeignetes WLAN kommt eine Kamera mit Mobilfunkverbindung infrage. Prüfen Sie dann den Empfang am Montageort, die unterstützten Mobilfunknetze sowie die Anforderungen an SIM-Karte und Datentarif.

Speicher und laufende Kosten vergleichen

Entscheiden Sie vor dem Kauf, wo die Aufnahmen liegen sollen. Eine microSD-Karte, also eine kleine Speicherkarte, speichert Aufnahmen direkt in der Kamera, sodass Sie möglicherweise kein Cloud-Abonnement brauchen. Kartenkapazität, mitgelieferte Karte und mögliche Aufnahmearten unterscheiden sich jedoch nach Modell. Prüfen Sie auch, ob die Kamera kontinuierlich aufzeichnet oder nur Ereignisse speichert.

Ein Rekorder oder Netzwerkspeicher passt besser, wenn Sie Aufnahmen mehrerer Kameras an einem Ort speichern und verwalten wollen. Dafür muss das genaue Kameramodell mit dem Speichergerät zusammenarbeiten. Cloud-Speicher stellt Aufnahmen außerhalb des Hauses bereit, ist aber je nach Anbieter an ein Abonnement gebunden. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl neben dem Kamerapreis auch die Speicherkarte oder den Rekorder. Hinzu kommen mögliche Gebühren und gegebenenfalls Mobilfunkkosten.

Bewegungserkennung, Benachrichtigung und Aufzeichnung sind unterschiedliche Funktionen. Eine Kamera kann Bewegung erkennen und eine Meldung senden, ohne jede Bewegung dauerhaft aufzuzeichnen. Prüfen Sie, welche Erkennungsarten das konkrete Modell bietet, und testen Sie nach der Einrichtung die Empfindlichkeit und den überwachten Bereich.

WLAN und Smart Home abgleichen

Prüfen Sie, welches WLAN-Band die Kamera unterstützt. Viele Tapo-Kameras arbeiten laut Hersteller nur mit 2,4-GHz-WLAN; einzelne Modelle unterstützen zusätzlich 5 GHz. Welche WLAN-Verschlüsselung die Kamera unterstützt, hängt ebenfalls vom Modell ab. Ein gutes Signal im Wohnzimmer sagt wenig über den Empfang an der Einfahrt oder im Garten aus. Testen Sie die Verbindung möglichst am geplanten Standort.

Klären Sie außerdem, ob Einrichtung und Nutzung ein Smartphone und ein Herstellerkonto voraussetzen. Bei manchen Modellen kann die Aufnahme auf Speicherkarte weiterlaufen, wenn die Verbindung zum Router ausfällt. Livebild, Wiedergabe in der App und Benachrichtigungen stehen dann laut Hersteller möglicherweise nicht zur Verfügung. Entscheidend ist also, welche Funktionen Sie offline tatsächlich brauchen.

Wenn die Kamera mit einem Rekorder, Netzwerkspeicher oder einer Smart-Home-Steuerung eines anderen Anbieters arbeiten soll, prüfen Sie die Unterstützung für das genaue Modell. RTSP überträgt das laufende Kamerabild über das Netzwerk; ONVIF ist ein Standard, der die Zusammenarbeit von Geräten verschiedener Hersteller erleichtern soll. Ob die Verbindung klappt, hängt von der Kamera und dem angeschlossenen Gerät ab. Reolink weist darauf hin, dass sich RTSP und ONVIF nach Produkttyp unterscheiden und bei manchen Akku-Kameras ein Hub oder Rekorder nötig ist. Die Kompatibilitätsübersicht von Reolink bezieht sich deshalb auf konkrete Produkttypen. Daraus lässt sich keine pauschale Aussage zur gesamten Marke ableiten.

Geräte nach Einsatzzweck auswählen

Einsatzzweck Passende Kategorie Vor dem Kauf prüfen
Innenraum mit Steckdose und lokaler Speicherung Netzbetriebene Innenkamera mit Speicherkarte Blickwinkel, Nachtsicht, Privatsphäre-Modus, App- und Kontoanforderungen
Außenbereich mit Netzwerkkabel und Daueraufnahme PoE-Kamera, bei Bedarf mit Rekorder PoE-Kompatibilität, Kabelweg, Speicher, Schutzklasse und Nachtsicht
Außenbereich ohne Stromkabel Akku- oder Solarkamera Aufnahme nur bei Bewegung oder Daueraufnahme, WLAN, Speicher und Ladeaufwand
Standort ohne WLAN Mobilfunkkamera Empfang vor Ort, unterstützte Netze, SIM-Karte, Datenkosten und Speicher
Haustür oder Klingelbereich Türkamera mit engem Bildausschnitt Ausrichtung, Dauer der Übertragung und Speicherung

Die Tapo C225 ist eine Innenkamera mit Schwenk- und Neigefunktion. Laut Produktangaben von TP-Link löst sie mit 2K auf und nutzt 2,4-GHz-WLAN. Sie speichert lokal auf microSD bis zu einer vom Hersteller angegebenen Kapazität und unterstützt RTSP sowie ONVIF. Diese Ausstattung sagt jedoch nicht automatisch etwas über die Eignung für andere Modelle oder Räume aus.

Die Reolink RLC-810A ist eine PoE-Kamera für Außenbereiche mit Ethernet-Kabel. Der Hersteller nennt eine 4K-Auflösung. Die Kamera unterstützt PoE nach IEEE 802.3af und hat eine IP67-Schutzklasse. Als Speicherwege führt Reolink unter anderem microSD und Rekorder auf. Auch FTP nennt der Hersteller auf der Produktseite der RLC-810A. Prüfen Sie vor dem Kauf die Angaben für die genaue Produktversion, besonders wenn eine bestimmte Speicherkapazität entscheidend ist.

Privatsphäre von Anfang an berücksichtigen

Richten Sie private Kameras so aus, dass sie das eigene Grundstück erfassen. Nachbargrundstücke und öffentliche Wege sind besonders problematisch. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Kamera auf den eigenen Bereich zu begrenzen. Bei einer Türkamera helfen ein enger Bildausschnitt und eine Übertragung, die erst nach dem Klingeln beginnt.

Ob eine Aufnahme zulässig ist, hängt unter anderem davon ab, was der Bildausschnitt zeigt und welchem Zweck die Aufnahme dient. Auch die Speicherung und die betroffenen Personen spielen eine Rolle. Eine technische Funktion wie eine Privatsphäre-Zone macht eine ungünstige Ausrichtung nicht automatisch rechtmäßig. Wenn die Kamera auch öffentliche Flächen erfasst, kann außerdem die Datenschutz-Grundverordnung gelten. Die Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses behandeln diese Frage für Videoüberwachung im privaten Umfeld.

Konten und Updates prüfen

Kameras übertragen sensible Aufnahmen, besonders wenn sie Innenräume zeigen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob ein Herstellerkonto nötig ist. Informieren Sie sich außerdem darüber, welche Daten in die Cloud übertragen werden und wie lange der Anbieter sie speichert. Prüfen Sie auch, ob Sicherheitsupdates angekündigt werden und ob das Konto eine Zwei-Faktor-Authentisierung unterstützt.

Verwenden Sie ein eigenes, starkes Passwort und halten Sie die Kamera-Software aktuell. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, vernetzte Geräte möglichst in ein getrenntes WLAN für Smart-Home-Geräte einzubinden. Hinweise zu Konten, Datenverarbeitung und Schutz vernetzter Geräte finden Sie bei der Verbraucherzentrale zum Smart Home.