Prüfen Sie zuerst, wofür Sie den Monitor nutzen und welche Anschlüsse Ihr Rechner hat. Vergleichen Sie anschließend Modelle für ähnliche Einsatzzwecke, statt Büro- und Gaming-Monitore in einer Bestenliste zu mischen.

Größe und Auflösung wählen

Die Bildschirmdiagonale allein sagt nicht, wie groß Inhalte wirken und wie fein sie dargestellt werden. Dafür zählen auch die Auflösung, also die Anzahl der Bildpunkte, und der Abstand zum Bildschirm. Ein 27-Zoll-Monitor mit QHD-Auflösung von 2560 × 1440 Pixeln erreicht ungefähr 109 Pixel pro Zoll. Der Wert beschreibt, wie dicht die Bildpunkte sitzen: Eine höhere Pixeldichte kann feine Details schärfer darstellen. Bei derselben Größe und 4K UHD, also 3840 × 2160 Pixeln, sind es ungefähr 163 Pixel pro Zoll.

Mehr Bildpunkte können Details feiner darstellen. Ohne angepasste Skalierung erscheinen Schrift und Symbole dafür kleiner. Mit der Skalierung in Windows oder macOS vergrößern Sie Inhalte, nutzen dann aber einen Teil der zusätzlichen Arbeitsfläche. Prüfen Sie deshalb, ob Ihnen die Schriftgröße angenehm ist und ob Sie mehrere Fenster nebeneinander nutzen möchten. Für Bildschirmarbeit empfiehlt die BAuA-Regel ASR A6, Darstellung, Zeichengröße und Sehabstand auf die Arbeitsaufgabe und die individuellen Sehbedingungen abzustimmen.

Ein 27-Zoll-QHD-Monitor ist ein verbreitetes Beispiel für einen Bildschirm, der Arbeitsfläche und Pixeldichte kombiniert. Das ist aber keine feste Regel für jede Person: Sitzabstand, Sehvermögen und gewünschte Schriftgröße machen einen Unterschied. Wenn Sie unsicher sind, vergleichen Sie die angezeigte Textgröße möglichst an einem Bildschirm mit ähnlicher Größe und Auflösung.

Monitor für Arbeit und Bildbearbeitung wählen

Für Büro, Lernen und Alltag sind eine gut lesbare Darstellung, ein verstellbarer Standfuß und passende Anschlüsse oft wichtiger als besonders hohe Bildwiederholraten. Prüfen Sie, ob sich der Bildschirm in der Höhe einstellen und neigen lässt. Wenn Sie ihn an einem Monitorarm befestigen möchten, kontrollieren Sie zusätzlich, ob er eine passende VESA-Aufnahme besitzt. Eine VESA-Aufnahme ist ein standardisiertes Lochmuster für Halterungen; sie sagt nichts darüber aus, ob der mitgelieferte Standfuß höhenverstellbar ist.

Bei einem Laptop als Hauptrechner kann ein Monitor mit USB-C-Anschluss den Schreibtisch aufgeräumter machen. Manche Modelle übertragen darüber Bild und Daten, laden den Laptop und bieten Anschlüsse für weiteres Zubehör. Diese Funktionen müssen Sie einzeln prüfen: USB-C ist die Form des Steckers, aber nicht jede USB-C-Buchse überträgt ein Bild. Dafür muss der Laptop Bildsignale über USB-C ausgeben können, etwa über DisplayPort Alternate Mode oder Thunderbolt. Zum Laden muss der Monitor außerdem genügend Leistung über USB Power Delivery bereitstellen. Dell weist darauf hin, dass manche USB-C-Anschlüsse an Monitoren kein Videosignal ausgeben. Vergleichen Sie daher die Angaben zum Monitoranschluss und USB-C mit den technischen Daten Ihres Laptops.

Der Dell Pro 27 Plus QHD ist ein Beispiel für diese Ausstattung: Laut Hersteller hat das 27-Zoll-Modell QHD-Auflösung, 100 Hz, einen höhenverstellbaren Standfuß und lädt über USB-C. Diese Ausstattung ist praktisch, wenn Ihr Laptop die Bildausgabe über USB-C unterstützt. Die Herstellerangaben belegen Funktionen und technische Daten, aber nicht unabhängig die Bildqualität im Alltag.

Für Foto- und Videobearbeitung sollten Sie gezielt auf den benötigten Farbraum, also den Bereich an Farben, den der Monitor darstellen soll, die Farbverwaltung und mögliche Kalibrierung achten. Ein hoher Prozentwert für einen Farbraum auf der Produktseite sagt allein nicht aus, wie genau ein bestimmtes Gerät Farben darstellt. Wenn Farben für berufliche oder anspruchsvolle Arbeiten verlässlich stimmen müssen, ergänzen Sie Herstellerdaten durch unabhängige Messungen.

Gaming-Auflösung und Bildrate prüfen

Beim Gaming zählen Auflösung und Bildwiederholrate zusammen. Die Bildwiederholrate wird in Hertz angegeben und beschreibt, wie oft der Bildschirm pro Sekunde ein neues Bild anzeigen kann. Eine hohe Zahl bringt nur dann einen Vorteil, wenn Grafikkarte oder Konsole genügend Bilder liefern und die Verbindung die gewünschte Kombination aus Auflösung und Bildwiederholrate unterstützt.

Eine variable Bildwiederholrate passt die Aktualisierung des Bildschirms an die Bildausgabe der Grafikkarte an. Dafür müssen Bildschirm, Grafikeinheit und Anschluss zusammenarbeiten. Prüfen Sie vor dem Kauf die technischen Daten für genau den Eingang, den Sie verwenden möchten. Ein hoher Maximalwert auf der Produktseite gilt nicht automatisch für jeden Anschluss und jede Auflösung.

Die Reaktionszeit in Millisekunden reicht für einen Vergleich allein nicht aus. Hersteller messen sie unter bestimmten Bedingungen. Vergleichen Sie den Wert deshalb mit unabhängigen Testergebnissen und weiteren Angaben zum Bildverhalten. Einzelne Reaktionszeitangaben lassen sich nicht ohne Weiteres direkt vergleichen.

Der ASUS ROG Swift OLED PG27AQWP-W steht für ein sehr leistungsorientiertes Gaming-Profil: ASUS nennt 26,5 Zoll, 2560 × 1440 Pixel, bis zu 540 Hz und eine OLED-Anzeige. Das Beispiel ist keine allgemeine Empfehlung. Für Büroarbeit oder Gelegenheitsspiele sind solche Spitzenwerte nicht automatisch ein sinnvoller Schwerpunkt.

Paneltechnik und HDR vergleichen

IPS, VA und OLED bezeichnen unterschiedliche Arten von Bildschirmtechnik. Die Bezeichnungen allein verraten nicht, welches Modell für Sie die beste Darstellung bietet. Vergleichen Sie die konkreten Herstellerangaben zu Kontrast, Helligkeit und Farbraum; für einen belastbaren Qualitätsvergleich sind zusätzlich unabhängige Messungen hilfreich.

Auch die Angabe HDR10 allein beschreibt nicht vollständig, wie überzeugend ein Monitor helle und dunkle Bildbereiche darstellt. Achten Sie auf konkrete Leistungsdaten und darauf, ob der Monitor eine nachvollziehbare Zertifizierung trägt. Die VESA-Zertifizierung DisplayHDR basiert auf festgelegten Prüfanforderungen und liefert damit mehr Einordnung als eine allgemeine HDR-Nennung. Sie ersetzt trotzdem keinen unabhängigen Vergleich der Bildqualität verschiedener Modelle.

Anschlüsse vorab abgleichen

Notieren Sie vor dem Kauf, welche Anschlüsse Ihr PC oder Laptop tatsächlich besitzt und welche Sie nutzen wollen. HDMI und DisplayPort übertragen Bild und Ton; USB-C kann zusätzlich Daten und Strom übertragen, wenn beide Geräte die dafür nötigen Funktionen unterstützen. Prüfen Sie auch, ob die gewünschte Auflösung und Bildwiederholrate über den jeweiligen Anschluss möglich sind.

Wer zwei Monitore hintereinander verbinden möchte, sollte gezielt nach Daisy-Chaining suchen. Dabei gibt der erste Monitor das Bildsignal über einen weiteren DisplayPort-Anschluss an den nächsten Bildschirm weiter. Das funktioniert nur mit passender Unterstützung der Monitore und des Rechners. Dell beschreibt die dafür nötigen Anschlüsse und Grenzen in seiner Erklärung zum Verketten mehrerer Monitore.

Energieverbrauch vergleichen

Die EU-Energiekennzeichnung gibt unter anderem Auskunft über Energieeffizienzklasse, Bildschirmdiagonale und Auflösung. In der EU-Übersicht zu elektronischen Displays finden Sie außerdem Hinweise zur Kennzeichnung und zu weiteren Produktinformationen. Vergleichen Sie Monitore ähnlicher Größe und Auflösung; eine Energieeffizienzklasse allein sagt noch nicht, welcher Bildschirm im Betrieb weniger Strom verbraucht.

Mit dem angegebenen Energieverbrauch, Ihrer Nutzungsdauer und Ihrem Stromtarif können Sie die laufenden Kosten grob einschätzen. Die tatsächlichen Kosten hängen auch von Helligkeit und Einstellungen ab.

Monitore nach Einsatzzweck vergleichen

Für Büro und Lernen bietet ein 27-Zoll-QHD-Monitor mit verstellbarem Standfuß einen möglichen Ausgangspunkt. Wenn Sie den Bildschirm regelmäßig an einen Laptop anschließen, prüfen Sie zusätzlich USB-C-Bildausgabe und Ladeleistung. Beim LG 27QN600-B nennt LG QHD-Auflösung, IPS und bis zu 75 Hz. Eine VESA-Aufnahme ist aufgeführt, eine Höhenverstellung des serienmäßigen Standfußes dagegen nicht. Die LG-Produktseite beschreibt die Herstellerangaben, ersetzt jedoch keinen unabhängigen Bildtest.

Für Gaming mit hohen Bildraten sollte die Grafikkarte die gewünschte Auflösung und Bildwiederholrate unterstützen. Wer dagegen vor allem Texte liest, im Internet surft oder lernt, fährt mit einem gut aufstellbaren Bildschirm und passenden Anschlüssen oft besser als mit einem Modell, dessen Schwerpunkt auf maximalen Hertz-Werten liegt.