Prüfen Sie auch, ob Roboter und Station genug Platz haben und die App mit Ihrem WLAN funktioniert. So wählen Sie zuerst die passende Geräteart und vergleichen danach einzelne Modelle.

Erst die Wohnung prüfen

Notieren Sie, welche Böden der Roboter reinigen soll und wo er an Grenzen stößt. Messen Sie die niedrigste Möbelkante, die höchsten Türschwellen und die Teppichhöhe. Räumen Sie Kabel, Spielzeug und andere Kleinteile regelmäßig weg oder achten Sie besonders auf eine gute Hinderniserkennung.

Auf Hartboden und in freien Räumen kommt ein Saugroboter am ehesten zurecht. Teppiche, enge Durchgänge und verwinkelte Zimmer stellen höhere Anforderungen. Die Verbraucherzentrale ordnet Saugroboter vor allem als Helfer für sichtbaren Schmutz und Tierhaare ein. Sie ersetzen einen guten Bodenstaubsauger nicht zuverlässig.

Die passende Geräteart wählen

Ein reiner Saugroboter passt, wenn Sie vor allem Staub, Krümel und Haare aufnehmen lassen möchten. Bei Teppichen zählt, wie gut das konkrete Gerät dort reinigt. Vergleichen Sie unabhängige Prüfergebnisse für Teppich und Hartboden, statt sich nur an einem Werbewert zu orientieren.

Ein Saug-Wisch-Roboter nimmt Staub auf und wischt den Boden feucht. Die Geräte verwenden unterschiedliche Verfahren, etwa ein Wischtuch oder rotierende Wischpads. Eine Wischfunktion ist vor allem für leichte Verschmutzungen auf Hartboden gedacht. Sie ersetzt gründliches manuelles Wischen nicht automatisch. Prüfen Sie, ob der Roboter Teppiche beim Wischen ausspart und wie viel Pflege nach der Reinigung anfällt.

Eine Servicestation kann den Staubbehälter leeren und bei manchen Modellen Wasser nachfüllen oder Wischpads reinigen und trocknen. Die Funktionen unterscheiden sich je nach Modell. Messen Sie den Stellplatz samt Freiraum zum An- und Abfahren aus und berücksichtigen Sie Beutel, Wasserbehälter und Reinigungsaufwand.

Navigation und Reinigung vergleichen

Modelle mit geplanter Navigation legen eine Route durch die Räume fest und fahren sie ab. Viele Modelle speichern dabei Karten. Gespeicherte Karten helfen, mehrere Räume regelmäßig zu reinigen oder bestimmte Bereiche auszulassen. Einfache Geräte fahren weniger gezielt; dabei können Flächen unberührt bleiben. Prüfen Sie auch, ob das Modell mehrere Etagen verwalten muss und ob Karten oder Zeitpläne ohne Internetverbindung verfügbar sind.

Hinderniserkennung und Navigation sind zwei verschiedene Funktionen. Sensoren erkennen Gegenstände wie Kabel und andere kleine Hindernisse. Sie sorgen aber nicht dafür, dass der Roboter jedes Problem meidet. Wenn Sie den Boden vor jedem Lauf nicht vollständig freiräumen können, ist die Erkennung im Alltag besonders relevant.

Lassen Sie sich nicht allein von der Saugkraft in Pascal (Pa) leiten. Dieser Wert beschreibt den erzeugten Unterdruck, sagt aber nicht zuverlässig voraus, wie gut ein Gerät Krümel aus Ihrem Teppich aufnimmt. Die Stiftung Warentest prüft Saugen auf Hartboden und Teppich getrennt und bewertet bei Kombigeräten auch das Wischen. Achten Sie bei Testergebnissen auf das genaue Modell und darauf, welche Reinigungsaufgaben geprüft wurden.

Teppiche, Haare und Schwellen

Bei hochflorigen Teppichen, Fransen und Tierhaaren lohnt ein genauer Blick auf Bürstenform, Teppicherkennung und Wartung. Eine als verhedderungsarm beworbene Bürste bleibt nicht automatisch haarfrei. Prüfen Sie, wie sich Bürste und Räder reinigen lassen und welche Pflege der Hersteller vorsieht.

Hersteller nennen Schwellenwerte dafür, welche Schwellen der Roboter unter bestimmten Bedingungen überwinden soll. Messen Sie die kritische Schwelle in Ihrer Wohnung und vergleichen Sie sie mit der exakten Modellvariante. Roborock nennt für den Qrevo Curv gewöhnliche Schwellen bis zu 3 Zentimetern und komplexe Doppelschwellen bis zu 4 Zentimetern. Für den Qrevo Curv S5X nennt der Hersteller bis zu 2 Zentimeter. Der Herstellervergleich macht zugleich deutlich, dass ähnliche Modellnamen nicht dieselben Eigenschaften bedeuten. Diese Werte sind keine Garantie für jede Kante oder jeden Anfahrwinkel.

Maße und WLAN abgleichen

Vergleichen Sie die Höhe des Roboters mit dem Abstand unter Sofa, Bett und Schränken. Berücksichtigen Sie dabei auch einen Sensorturm, falls das Gerät einen besitzt. Für die Station brauchen Sie zusätzlich Platz für Behälter und Bewegungsfreiheit.

Prüfen Sie vor dem Kauf die WLAN-Vorgaben des konkreten Modells. Manche Roboter verbinden sich nur mit einem WLAN im 2,4-GHz-Frequenzband. Weitere Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller. ECOVACS erklärt diese Einschränkung für die in seiner Einrichtungsanleitung behandelten Geräte; Roborock nennt ebenfalls WLAN-Anforderungen in seinen Supporthinweisen. Übertragen Sie solche Angaben nicht pauschal auf andere Modelle. Schlagen Sie das genaue Gerät im Handbuch nach, besonders wenn Ihr Router ausschließlich ein 5-GHz-Netz bereitstellt.

Wenn der Roboter Karten oder Fotos verarbeitet, prüfen Sie außerdem die Datenschutzhinweise des Herstellers und die benötigten App-Berechtigungen. Ob wichtige Funktionen ohne Internet verfügbar bleiben, hängt vom Modell und der jeweiligen App ab.

Häufige Fehlkäufe vermeiden

Ein häufiger Fehlkauf ist ein Gerät mit viel beworbener Saugkraft, das auf dem eigenen Teppich trotzdem schwach reinigt. Ebenso führt die Erwartung zu Enttäuschung, eine einfache Wischfunktion übernehme das gründliche Wischen. Entscheiden Sie nach unabhängigen Ergebnissen für die eigenen Böden und nach dem Pflegeaufwand, den Sie tatsächlich akzeptieren.

Auch eine große Station lohnt sich nur, wenn sie sinnvoll steht und ihre Zusatzfunktionen gebraucht werden. Prüfen Sie vorab Maße, Verbrauchsmaterialien und die nötige Reinigung. Wer Treppen, Polster oder gründlich zu reinigende Teppiche hat, sollte den vorhandenen Staubsauger nicht allein wegen des Roboters aussortieren.