Überlegen Sie zuerst, ob Sie streamen, CDs hören, einen Plattenspieler anschließen oder den Fernsehton über Lautsprecher wiedergeben möchten. Danach können Sie zwischen Kompaktanlage, Stereo-Verstärker mit Lautsprechern und AV-Receiver wählen. Ein AV-Receiver ist ein Mehrkanal-Verstärker für Fernseher und weitere Quellen.

HiFi-System nach Nutzung wählen

Bei einer Kompaktanlage sind mehrere Funktionen in einem Gerät vereint. Dadurch müssen Sie weniger einzelne Geräte auswählen. Mit getrennten Geräten wählen Sie Verstärker und Lautsprecher einzeln aus. Dafür müssen Sie genauer prüfen, ob Anschlüsse und Geräte zueinander passen.

Nutzung Passender Systemtyp Darauf kommt es an
Streaming und Musikhören in einem Raum Streaming-Verstärker mit Lautsprechern oder Aktivlautsprecher Unterstützte Streaming-Dienste, Bedienung und weitere Eingänge
CD, Radio und mehrere Quellen Kompaktanlage oder Stereo-Receiver mit separatem CD-Spieler Vorhandene Funktionen und passende Anschlüsse
Plattenspieler und Stereo-Musik Stereo-Verstärker oder Receiver mit Lautsprechern Phono-Eingang oder Phono-Vorverstärker
Fernsehton und Mehrkanalton AV-Receiver mit passenden Lautsprechern HDMI ARC/eARC und unterstützte Tonformate
Musik in mehreren Räumen Multiroom-Geräte oder passende Ergänzung zur bestehenden Anlage Kompatibilität der Plattform und Anschluss älterer Geräte

Die Systemtypen eignen sich für unterschiedliche Einsätze. Sie lassen sich nicht pauschal nach Klangqualität ordnen. Bei Multiroom sollten Sie prüfen, ob sich vorhandene Lautsprecher oder Geräte, die Musik abspielen, tatsächlich einbinden lassen. Bei den 2025 von Stiftung Warentest geprüften Multiroom-Systemen war das je nach Gerät unterschiedlich; teils wird eine zusätzliche Anschlussbox oder ein Streamer benötigt. Die Ergebnisse beziehen sich auf Multiroom, nicht auf alle klassischen Stereoanlagen. Stiftung Warentest: Multiroom-Systeme im Test

Quellen und Anschlüsse prüfen

Schreiben Sie auf, welche Geräte Sie anschließen möchten: etwa Fernseher, Smartphone, Computer, CD-Spieler oder Plattenspieler. Vergleichen Sie diese Liste mit den Anschlüssen des konkreten Verstärkers oder der Kompaktanlage. Viele Funktionen im Datenblatt helfen wenig, wenn der passende Anschluss für Ihr Gerät fehlt.

Sie können Musik auf verschiedenen Wegen streamen, etwa über eine Hersteller-App, eine Musik-App oder Bluetooth. Welche Dienste und Steuerungsmöglichkeiten verfügbar sind, hängt vom Modell ab. Der Hersteller nennt für den WiiM Amp beispielsweise WLAN, Bluetooth und mehrere direkte Streaming-Wege. Diese Angaben gelten für dieses Gerät und sind kein Standard für alle Streaming-Verstärker. WiiM Amp: Funktionen und Anschlüsse

Für den Fernseher ist HDMI ARC eine Verbindung, über die der Fernseher den Ton über ein HDMI-Kabel an eine Anlage zurückschickt. eARC ist eine erweiterte Form, die zusätzliche Mehrkanalformate übertragen kann. Prüfen Sie trotzdem die unterstützten Formate und Einstellungen beider Geräte: Ein HDMI-Anschluss allein garantiert keine Wiedergabe jedes Dolby- oder DTS-Formats. Der Denon AVR-X1800H ist ein Beispiel für einen AV-Receiver mit ARC/eARC-Funktionen. Ein kompakter Stereo-Verstärker kann dagegen auf Fernsehton in Stereo beschränkt sein.

Plattenspieler richtig anschließen

Ein Plattenspieler braucht ein geeignetes Phono-Signal. Ein Phono-Vorverstärker hebt das schwache Signal des Tonabnehmers an und passt es für einen normalen Line-Eingang an. Manche Plattenspieler haben diesen Vorverstärker eingebaut, andere benötigen einen Phono-Eingang am Verstärker oder ein zusätzliches Gerät.

Prüfen Sie deshalb den Plattenspieler und den Verstärker. Beim Audio-Technica AT-LP120XUSB muss der Schalter auf „PHONO“ stehen, wenn der Verstärker einen Phono-Eingang nutzt. Bei einem AUX- oder Line-Eingang wird „LINE“ gewählt. Die Bedienungsanleitung von Audio-Technica beschreibt auch den Masseanschluss. Fehlt sowohl am Plattenspieler als auch am Verstärker ein Phono-Vorverstärker, müssen Sie einen externen einplanen.

Lautsprecher und Verstärker abgleichen

Wählen Sie Lautsprecher, die zum Verstärker und zum Raum passen. Achten Sie bei der Impedanz, also dem Widerstand, den ein Lautsprecher dem Wechselstrom entgegensetzt, auf die Vorgaben des Verstärkerherstellers. Lesen Sie in der Anleitung des jeweiligen Verstärkermodells nach. Eine allgemeine Faustregel reicht nicht aus, um die Eignung zu beurteilen.

Auch Wattzahlen sind nur aussagekräftig, wenn die Messbedingungen vergleichbar sind. Yamaha nennt für den Receiver R-N600A eine Ausgangsleistung pro Kanal und gibt die Messbedingungen an. Solche Herstellerangaben sind nur direkt vergleichbar, wenn die Messbedingungen übereinstimmen. Yamaha R-N600A: technische Daten

Planen Sie auch Platz für die Lautsprecher ein und berücksichtigen Sie Hörabstand und Wandnähe. Lautsprecher nahe an Raumecken können den Bass verstärken und dröhnend klingen. Die Hinweise in der ELAC-Anleitung zur Lautsprecheraufstellung sind konkrete Empfehlungen für die dort behandelten Lautsprecher, keine festen Abstände für jedes Modell und jeden Raum. Prüfen Sie die Anleitung Ihrer Lautsprecher und testen Sie die Aufstellung am vorgesehenen Platz.

Fehlkäufe bei HiFi-Anlagen vermeiden

Ein häufiger Fehler ist, viele Funktionen mit passender Ausstattung gleichzusetzen. Ein Netzwerkreceiver kann Phono- und Digitaleingänge besitzen, aber keinen HDMI-ARC-Anschluss. Prüfen Sie daher gezielt jeden benötigten Anschluss. Ebenso sollten Sie bei Plattenspielern nicht voraussetzen, dass ein Phono-Vorverstärker eingebaut ist.

Verlassen Sie sich auch nicht auf eine möglichst große Wattzahl oder besonders kleine Lautsprecher. Wattangaben hängen von den Messbedingungen ab, und kompakte Lautsprecher können bei hoher Lautstärke Grenzen haben. Entscheidend sind die Kombination mit dem Verstärker, der Hörabstand und der Platz im Raum.

Vergleichen Sie auch die Bedienung und den Stromverbrauch. Wenn Sie die Anlage über eine App steuern möchten, prüfen Sie, ob eine Fernbedienung oder eine Bedienung ohne Smartphone ebenfalls möglich ist. Netzwerk-Standby kann sich vom normalen Standby unterscheiden. Ein Test von Stiftung Warentest maß bei einer 2020 geprüften Kompaktanlage im Netzwerk-Standby 3,6 Watt statt 0,4 Watt im normalen Standby. Das ist ein Einzelwert aus einem älteren Test und keine Aussage über aktuelle Geräte. Stiftung Warentest: Testverfahren für Kompaktanlagen