Ein Fernseher ohne Smart-TV lohnt sich, wenn Sie hauptsächlich über Antenne, Kabel oder Satellit fernsehen oder bereits einen Receiver, eine Konsole oder einen Streaming-Player nutzen. Dann brauchen Sie keine Apps im Fernseher und können ihn offline lassen.
Ohne eingebautes Smart-TV-Betriebssystem bietet der Fernseher keine Apps und Internetfunktionen. Wenn Sie beides nicht brauchen, ist die Bedienung einfacher. Für Streaming brauchen Sie ein externes Gerät. Das kostet extra, muss eingerichtet werden und erfordert je nach Modell außerdem eine zweite Fernbedienung.
Was „ohne Smart-TV“ bedeutet
Ein Fernseher ohne Smart-TV-Software unterscheidet sich von einem Smart-TV, der nicht mit dem Internet verbunden ist. Beim ersten sind keine Apps und kein Betriebssystem für Online-Dienste eingebaut. Beim Smart-TV sind diese Funktionen vorhanden, bleiben aber offline ungenutzt.
Je nach Modell besitzt ein Fernseher ohne Smart-TV einen Tuner, also einen Empfänger für Antennen-, Kabel- oder Satellitenfernsehen. Prüfen Sie die Ausstattung, denn manche Geräte benötigen für den gewünschten Empfang einen separaten Receiver.
Eine dritte Möglichkeit ist ein Bildschirm mit externem Zuspielgerät. Das kann ein Streaming-Player, ein Receiver, eine Spielkonsole oder ein Blu-ray-Player sein. Das Gerät überträgt Bild und Ton über den HDMI-Anschluss an den Fernseher, der das Bild anzeigt.
Wann sich ein Fernseher ohne Smart-TV lohnt
Ein Modell ohne Smart-TV passt, wenn Sie hauptsächlich über Antenne, Kabel oder Satellit fernsehen und keine Apps am Gerät brauchen. Prüfen Sie, ob der Fernseher den passenden Tuner besitzt und ob Sie für den Empfang einen Receiver oder einen CI+-Schacht für ein passendes CI+-Modul benötigen.
Auch als Zweitgerät, in einer Ferienwohnung oder für eine Konsole kann ein Fernseher ohne Smart-Funktionen ausreichen. Wenn bereits ein Streaming-Player oder eine TV-Box vorhanden ist, übernimmt dieses Gerät die Online-Dienste. Der Fernseher muss dann nur den passenden HDMI-Eingang und die gewünschte Bildqualität bieten.
Sie schalten den Fernseher ein, wählen den richtigen Eingang und können fernsehen. Wie einfach das ist, hängt vom Modell ab. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Fernseher beim Einschalten direkt den gewünschten Eingang nutzt und wie leicht sich der Eingang wechseln lässt.
Fernseher ohne Internet: Vorteile und Grenzen
Wenn Sie möglichst wenige Geräte mit Ihrem Heimnetz verbinden möchten, lassen Sie den Fernseher offline. Dann laufen seine Online-Funktionen nicht, und er greift selbst nicht auf Online-Dienste zu.
Das ist kein vollständiger Datenschutzschutz. Ein angeschlossener Streaming-Player oder eine Konsole nutzt weiterhin das Internet und verarbeitet Daten nach den Einstellungen und Regeln des jeweiligen Anbieters. Eine Untersuchung von Fernsehern mit Software von Samsung und LG fand unter bestimmten Testbedingungen Datenverkehr zur automatischen Erkennung von Inhalten, auch wenn die Geräte ein HDMI-Bild anzeigten. In diesen Tests stoppte das Abschalten der entsprechenden Tracking-Optionen diesen Datenverkehr. Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Geräte und Bedingungen in Großbritannien und den USA; sie lassen sich nicht pauschal auf alle Fernseher übertragen.
Wenn Ihnen vor allem die fehlende Internetverbindung wichtig ist, kann auch ein vorhandener Smart-TV offline betrieben werden. Prüfen Sie in der Anleitung des konkreten Modells, ob sich das WLAN abschalten lässt und ob die gewünschten Funktionen ohne Internet arbeiten. Die Smart-TV-Software bleibt dabei auf dem Gerät.
Streaming braucht ein Zusatzgerät
Für Streaming schließen Sie einen kompatiblen Player, eine TV-Box oder eine Konsole per HDMI an. Das externe Gerät benötigt Internetzugang und eine unterstützte App für den gewünschten Dienst. Vor dem Kauf sollten Sie deshalb prüfen, ob das Gerät Ihre Streamingdienste und die gewünschte Bildqualität unterstützt.
Für 4K-Wiedergabe müssen Fernseher, Zuspielgerät und Streamingdienst zusammenpassen. Je nach Kombination spielt auch der Kopierschutz des HDMI-Anschlusses eine Rolle. Netflix nennt für die Wiedergabe über den Google TV Streamer beispielsweise einen Fernseher mit 4K-Auflösung und einem geeigneten HDMI-Anschluss. Diese Vorgabe gilt für diesen konkreten Anwendungsfall, nicht automatisch für jeden Player.
Ein externes Gerät kostet zusätzlich. Sie müssen es einrichten und mit Strom versorgen; bei Bedarf sind auch Updates nötig. Außerdem bedienen Sie möglicherweise zwei Geräte mit zwei Fernbedienungen. Manche Fernseher und Zuspieler lassen sich über HDMI-CEC gemeinsam steuern. Diese Funktion überträgt Steuerbefehle über den HDMI-Anschluss. Sie funktioniert aber nicht bei jeder Gerätekombination gleich zuverlässig. Klären Sie vor dem Kauf, ob die Bedienung Ihres konkreten Setups zusammenpasst.
Gesamtkosten und Ausstattung prüfen
Fernseher ohne Smart-TV-Software sind im Handel selten, daher ist die Auswahl kleiner als bei Smart-TVs. Ein Fernseher ohne Smart-TV ist nicht unbedingt günstiger. Vergleichen Sie Geräte mit ähnlicher Bildqualität, Größe und Anschlussausstattung. Rechnen Sie auch einen benötigten Streaming-Player oder Receiver zum Preis hinzu.
Achten Sie beim Vergleich besonders auf diese Punkte:
- Empfang: Passt der Tuner zu Antenne, Kabel oder Satellit? Ist ein Receiver nötig?
- Anschlüsse: Prüfen Sie, ob die HDMI-Eingänge für Player, Konsole und weitere Geräte reichen.
- Bedienung: Startet der Fernseher mit dem gewünschten Eingang? Brauchen Sie mehrere Fernbedienungen?
- Bild und Ton: Passen Auflösung, Helligkeit und Lautsprecher zu Raum und Sitzabstand?
- Streaming: Unterstützt der externe Player die gewünschten Dienste und Bildformate?
- Gesamtpreis: Was kosten Fernseher, Zuspielgerät und gegebenenfalls Receiver zusammen?
Auch externe Streaming-Geräte werden nicht unbegrenzt unterstützt. Dienste können auf älteren Fernsehern oder Streaming-Geräten irgendwann nicht mehr verfügbar sein. Einen separaten Player können Sie unabhängig vom Fernseher austauschen, doch auch das stellt die dauerhafte Unterstützung der Apps nicht sicher.