Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Webcam mit dem Anschluss und Betriebssystem Ihres Computers sowie Ihrer Konferenz-App funktioniert. Achten Sie auch auf das Sichtfeld und die Kabellänge. So vermeiden Sie eine Kamera, die zu viel vom Raum zeigt, oder ein Kabel, das nicht an Ihren Computer passt. Manche Funktionen erfordern zusätzliche Software.
Bildausschnitt und Auflösung
Full HD ist für viele private Videoanrufe ein sinnvoller Ausgangspunkt. 4K lohnt sich vor allem, wenn Sie dafür einen konkreten Zweck haben. Auch Objektiv, Sensor, Bildverarbeitung und Beleuchtung beeinflussen die Bildqualität. Im Webcam-Test der Stiftung Warentest schnitten manche Kameras mit Ultra-HD-Auflösung (UHD) bei der Bildqualität nur befriedigend ab, während das bestbewertete Modell mit Full HD auskam.
Achten Sie auf das Sichtfeld, also darauf, wie viel Umgebung die Kamera erfasst. Ein breiter Bildwinkel passt zu mehreren Personen am Tisch oder einer Präsentation. Für eine einzelne Person am Schreibtisch zeigt ein engerer Ausschnitt oft weniger vom Raum. Vergleichen Sie die Winkelangaben nur, wenn beide Werte dieselbe Richtung beschreiben. Ein diagonaler Winkel lässt sich nicht direkt mit einem horizontalen vergleichen.
Der Autofokus stellt das Bild automatisch scharf. Das hilft, wenn Sie sich während einer Aufnahme bewegen oder den Abstand zur Kamera ändern. Bei einer fest auf den Schreibtisch ausgerichteten Webcam kann auch ein Fixfokus passen. Dabei stellt die Kamera nicht automatisch nach. Der vorgesehene Aufnahmeabstand muss innerhalb des angegebenen Fokusbereichs liegen.
Ton, Licht und Sichtschutz
Wenn Sie kein Headset verwenden, prüfen Sie das eingebaute Mikrofon besonders sorgfältig. Die Mikrofonbewertungen im Warentest fielen je nach Webcam sehr unterschiedlich aus. Ein separates Headset oder Mikrofon ist eine Alternative, wenn Sie regelmäßig sprechen oder der Raum hallig klingt. Wer ohnehin ein Headset nutzt, kann den Klang des Webcam-Mikrofons geringer gewichten.
Gegenlicht und schwaches Raumlicht wirken sich auf das Bild aus. Überlegen Sie deshalb, wo Sie die Kamera montieren und ob ein Fenster hinter Ihnen liegt. Automatische Belichtung oder HDR, also ein größerer darstellbarer Helligkeitsbereich, können hilfreich sein, ersetzen aber keinen Test am eigenen Schreibtisch.
Ein mechanischer Sichtschutz deckt die Linse direkt ab. Prüfen Sie, ob die Abdeckung die Kamera tatsächlich blockiert und sich im Alltag leicht bedienen lässt. Softwareeinstellungen und Zugriffsrechte bieten zusätzliche Kontrolle, funktionieren aber anders als eine Abdeckung vor der Linse.
Anschluss und Kompatibilität
Prüfen Sie vor dem Kauf den Anschluss am Computer, die Kabellänge und mögliche Adapter. USB-C oder USB-A bezeichnet zunächst nur die Form des Steckers. Prüfen Sie außerdem, ob die Herstellerangaben zu Betriebssystem und Anschluss mit Ihrem Computer übereinstimmen. Bei einem USB-Hub oder Adapter sollten Sie zusätzlich die Hinweise für das konkrete Webcam-Modell beachten.
Bei der Elgato Facecam Neo ist ein USB-C-Kabel fest angeschlossen. Für einen USB-A-Anschluss ist laut Hersteller ein separat zu beschaffender Adapter nötig. Prüfen Sie vor dem Kauf außerdem die angegebenen Betriebssystemversionen.
Auch die Zusatzfunktionen können von der Grundfunktion abweichen. Die Logitech Brio 500 bietet Auto-Framing, das den Bildausschnitt automatisch anpasst. Für die erweiterte Funktion nennt Logitech die Software Logi Tune als Voraussetzung. Wenn Sie Auto-Framing nicht nutzen, sollte es allein kein Kaufargument sein.
Nach dem Anschließen wählen Sie die Webcam in der Videokonferenz-App aus und testen Bild sowie Ton dort, wo Sie sie tatsächlich verwenden. Eine Kamera, die der Computer erkennt, ist nicht automatisch in jeder App richtig ausgewählt oder für alle Zusatzfunktionen eingerichtet.
Modelle als Beispiele
Die folgenden Geräte haben unterschiedliche Ausstattungen. Die Angaben stammen von den Herstellern und sagen nichts über eine unabhängige Rangfolge bei Bild- oder Tonqualität aus.
Die Logitech Brio 100 bietet Full HD, eine integrierte Abdeckblende und ein eingebautes Mikrofon. Wenn Sie eine unkomplizierte Webcam für gelegentliche Gespräche suchen, vergleichen Sie vor allem Befestigung, Anschluss und Betriebssystemunterstützung mit Ihrem Rechner.
Die AVerMedia PW315 bietet laut Hersteller Full HD mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, ein diagonales Sichtfeld von 95,8 Grad und Fixfokus. Die Bildrate gibt an, wie viele Einzelbilder die Kamera pro Sekunde aufnimmt. Ein breites Sichtfeld passt etwa für mehrere Personen; bei einer einzelnen Person sollten Sie prüfen, ob der Ausschnitt nicht zu viel Raum zeigt.
Die Elgato Facecam Neo ist ein Beispiel für eine Full-HD-Webcam mit 60 Bildern pro Sekunde, Autofokus und USB-C-Kabel. Prüfen Sie bei diesem Modell, ob Sie für den USB-A-Anschluss einen Adapter benötigen.
Die Logitech Brio 500 passt den Bildausschnitt bei Besprechungen automatisch an. Prüfen Sie, ob Sie die dafür nötige Zusatzsoftware verwenden möchten und ob Ihr Betriebssystem die gewünschten Funktionen unterstützt.
Häufige Fehlkäufe vermeiden
Kaufen Sie 4K nicht allein wegen der höheren Auflösung. Prüfen Sie stattdessen, wie viel vom Raum die Kamera zeigt und wie das Bild bei Ihrer Beleuchtung ausfällt. Wer mehrere Personen aufnehmen möchte, sollte ein breiteres Sichtfeld erwägen; für ein Einzelgespräch am Schreibtisch ist es nicht automatisch vorteilhaft.
Ob ein eingebautes Mikrofon gut klingt, hängt auch von Ihrem Raum ab. Herstellerangaben zeigen, welche Funktionen eingebaut sind, sagen aber wenig über den Klang in Ihrer Umgebung aus. Wenn der Ton wichtig ist, berücksichtigen Sie Ihr Headset oder testen Sie die Webcam in der Umgebung, in der Sie sie nutzen.
Auch eine hohe Bildrate und Autofokus sind nicht für jedes Gespräch nötig. Sie werden relevanter, wenn Sie sich bewegen oder Videos aufnehmen. Für die Wahl zwischen Modellen helfen daher zuerst der konkrete Einsatz, der Abstand zur Kamera und die vorhandene Beleuchtung.
Der Stiftung-Warentest-Bericht wurde 2023 veröffentlicht und beruht auf Geräten, die 2021 und 2022 gekauft wurden. Er bietet hilfreiche Hinweise zu typischen Qualitätsmerkmalen, aber keine aktuelle Rangfolge für heute erhältliche Modelle.























