Prüfen Sie zuerst Ihren Empfangsweg und das Datenblatt Ihres Fernsehers. So sehen Sie, ob eine externe Box nötig ist und ob sie die gewünschten Sender, Aufnahmen und Anschlüsse unterstützt.
Prüfen Sie den Tuner Ihres Fernsehers
Suchen Sie im Handbuch oder Datenblatt Ihres Fernsehers nach dem passenden Empfangsstandard. DVB-T2 HD steht für Antennenfernsehen, DVB-C für Kabelfernsehen und DVB-S2 für Satellitenempfang. Jedes Kürzel steht für einen eigenen digitalen Empfangsweg. Sie lassen sich nicht gegeneinander austauschen.
Ein Fernseher mit passendem Tuner empfängt die entsprechenden Sender direkt. Ein sogenannter Tripletuner unterstützt Antenne, Kabel und Satellit. Ob Ihr Gerät diese drei Empfangsarten tatsächlich abdeckt, steht in den technischen Daten. Die Verbraucherzentrale erklärt die Unterschiede der Empfangswege.
Ein zusätzlicher Receiver lohnt sich, wenn dem Fernseher der passende Tuner fehlt, Sie Sendungen aufnehmen möchten oder einen Anschluss für ein älteres TV-Gerät brauchen. Sonst kaufen Sie womöglich eine zweite Box samt zusätzlicher Fernbedienung, ohne einen praktischen Vorteil zu gewinnen.
Wählen Sie den Receiver nach Empfangsweg
Bei Antennenempfang sollte der Receiver das deutsche Format DVB-T2 HD unterstützen. Achten Sie auf das grüne DVB-T2-HD-Logo. Es zeigt, dass das Gerät DVB-T2 und HEVC/H.265 unterstützt. HEVC/H.265 ist ein Verfahren, das Videodaten komprimiert. Eine bloße Angabe „DVB-T2“ reicht als Kaufkriterium nicht aus. Prüfen Sie außerdem die Empfangslage an Ihrer Adresse, denn Senderangebot und Versorgung unterscheiden sich regional. Das offizielle DVB-T2-HD-Portal erläutert Logo und Gerätewahl.
Für Kabel brauchen Sie einen DVB-C-Tuner und einen aktiven Kabel-TV-Anschluss. Beim Satellitenempfang muss der Receiver DVB-S2 unterstützen und zur vorhandenen Anlage passen. Bei Internetfernsehen gelten wiederum die Vorgaben des Anbieters: Eine klassische DVB-Box ersetzt nicht automatisch dessen IPTV-Box oder die passende App auf dem Fernseher.
Auch die gewünschten Sender entscheiden über die passende Technik. Öffentlich-rechtliche Programme über DVB-T2 HD sind unverschlüsselt. Für private Sender brauchen Sie eine passende Entschlüsselung, damit das Gerät sie anzeigen kann, und eine Freischaltung. Bei Kabel- und Satellitenangeboten gilt ebenfalls: Ein Receiver mit dem richtigen Tuner zeigt nicht automatisch jedes verschlüsselte Programm.
Verschlüsselte Sender prüfen
CI+ ist ein Schacht am Fernseher oder Receiver, in den ein passendes Modul zur Entschlüsselung eingesetzt wird. Der Schacht allein garantiert keine Kompatibilität. Modul, Karte beziehungsweise Freischaltung, Receiver und Anbieter müssen zusammenpassen. Vodafone nennt für sein Kabelangebot beispielsweise einen DVB-C-Tuner, einen freien CI+-Schacht und einen aktiven Anschluss als Voraussetzungen. Das gilt nur für das Vodafone-Angebot. Bei anderen Anbietern können die Anforderungen anders sein. Prüfen Sie vor dem Kauf die Kompatibilitätsangaben Ihres Anbieters.
Bei DVB-T2 HD benötigen private Sender eine passende Entschlüsselung, etwa über ein dafür geeignetes Gerät oder eine kompatible Lösung. Die ARD informiert über Geräte mit CI+-Schacht und integrierter Entschlüsselung. Klären Sie vorab, ob Sie nur öffentlich-rechtliche Sender sehen möchten oder auch private Programme in HD. Das kann über zusätzliche Freischaltungen und laufende Kosten entscheiden.
Aufnahme und Twin-Tuner prüfen
Fehlt Ihrem Fernseher eine passende Aufnahmefunktion, kommt ein Receiver mit USB-Aufnahme infrage. Prüfen Sie dabei, ob er eine Festplatte enthält oder ein Speichergerät benötigt, das Sie per USB anschließen. Timeshift bedeutet zeitversetztes Fernsehen: Sie halten eine laufende Sendung an und setzen sie später fort. Es ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer dauerhaft speicherbaren Aufnahme.
Ein Twin-Tuner hat zwei Empfangsteile. Je nach Gerät und Anschluss können Sie damit zum Beispiel eine Sendung aufnehmen und gleichzeitig fernsehen. Dafür müssen auch die Empfangsanlage und die Verkabelung zur parallelen Nutzung passen. Beim Satellitenempfang sollten Sie daher neben den Tunern auch die Zahl der Sat-Eingänge und die vorhandenen Leitungen prüfen. Beim TechniSat DIGIPLUS UHD S2 nennt der Hersteller zwei DVB-S2-Tuner und zwei Sat-Eingänge. Zur Ausstattung gehören außerdem UHD-Unterstützung und USB-Aufnahme. Diese Angaben beschreiben die Ausstattung, nicht die Aufnahmebedingungen jedes Senders.
Verschlüsselte Programme können Aufnahme- oder Vorspulbeschränkungen haben. HD+ weist darauf hin, dass Aufnahmen von Sendungen, die über ein CI+-Modul entschlüsselt werden, bei den meisten HD+-Sendern aktuell nicht möglich sind; es gibt genannte Ausnahmen. Wenn Aufnehmen für Sie wichtig ist, prüfen Sie die Bedingungen für Ihre Sender, bevor Sie den Receiver auswählen.
Receiver-Anschlüsse mit dem Fernseher abgleichen
Bei aktuellen Fernsehern ist HDMI der übliche Anschluss für die Bild- und Tonübertragung vom Receiver. Bei älteren Fernsehern kann SCART nötig sein. Vergleichen Sie die Buchsen beider Geräte und prüfen Sie, ob Sie ein passendes Kabel oder einen speziellen Adapter benötigen. Ein Receiver mit HDMI-Ausgang hilft nicht, wenn der Fernseher keinen geeigneten Eingang hat.
Auch die Bildauflösung muss zu Fernseher und Nutzung passen. UHD, auch 4K genannt, lohnt sich als Receiver-Funktion nur, wenn Sie UHD-Inhalte empfangen und Ihr Fernseher sie darstellen kann. Prüfen Sie außerdem, ob der Receiver die benötigte Entschlüsselung unterstützt. Die ASTRA-FAQ zum Satellitenempfang weist darauf hin, dass viele neuere Fernseher bereits einen DVB-S2-Tuner haben. Das genaue Modell entscheidet.
Receiver-Beispiele nach Empfangsweg
Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Gerätekategorien und sind nicht nach Rang geordnet. Entscheidend sind die technischen Daten des konkreten Modells und die Kompatibilität mit Ihrem Empfangsweg.
| Einsatz | Beispiel | Vor dem Kauf prüfen |
|---|---|---|
| Antenne, USB-Aufnahme und Timeshift | TechniSat DIGIPAL T2 DVR | DVB-T2 HD, HEVC/H.265, gewünschte Entschlüsselung und Empfang am Standort |
| Kabel an einem Fernseher ohne DVB-C-Tuner | TechniSat HD-C 233 | Aktiver Kabelanschluss, Anbieteranforderungen und benötigte Anschlüsse |
| Satellit mit UHD und Aufnahme | TechniSat DIGIPLUS UHD S2 | Sat-Anlage und Verkabelung, Entschlüsselung sowie Aufnahmebeschränkungen |
Herstellerdaten zeigen, welche Funktionen und Anschlüsse ein Gerät hat. Sie sagen allein wenig über Bedienkomfort, Zuverlässigkeit oder die Bildqualität im Vergleich mit anderen Geräten aus. Prüfen Sie daher die vollständige Ausstattung und das Handbuch des gewählten Modells.
Fehlkäufe beim TV-Receiver vermeiden
Ein Receiver mit dem falschen DVB-Standard empfängt das vorhandene Signal nicht. Ebenso reicht „HD-Receiver“ als Beschreibung nicht aus: Entscheidend ist, ob das Gerät DVB-T2 HD, DVB-C oder DVB-S2 unterstützt. Bei Antennenempfang kommt HEVC/H.265 hinzu.
Ein passender Tuner schaltet nicht automatisch alle gewünschten Sender frei. Prüfen Sie Entschlüsselung, Anbieter und mögliche Zusatzkosten getrennt vom Empfangsstandard. Wenn Sie hauptsächlich aufnehmen möchten, kontrollieren Sie zusätzlich die Aufnahmebedingungen für verschlüsselte Sender. Und bevor Sie einen Twin-Tuner wählen, gleichen Sie die Anschlüsse mit Ihrer vorhandenen Anlage ab.
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