Beim Kauf eines smarten Thermostats muss die Heizungsart stimmen. Ein Heizkörperthermostat ersetzt den Drehregler am Heizkörper, passt aber nicht automatisch zu einer Fußbodenheizung oder einem Raumthermostat für eine Therme. Prüfen Sie auch, ob das Gerät auf Ihr Ventil passt und mit Ihrer Smart-Home-Ausstattung funktioniert.

Per Zeitplan oder App können Sie die Temperatur steuern und absenken, wenn Sie das bisher nicht regelmäßig tun. Wie viel Heizkosten Sie dadurch sparen, hängt unter anderem vom Gebäude und Ihrem bisherigen Heizverhalten ab.

Thermostat passend zur Heizungsart wählen

Für einen Heizkörper mit Thermostatventil kommt ein smartes Heizkörperthermostat infrage, das anstelle des vorhandenen Drehreglers befestigt wird. Prüfen Sie vor dem Kauf den Ventiltyp und die Adapterliste des konkreten Modells. M30 × 1,5 mm ist ein verbreiteter Anschluss. Trotzdem passt nicht jedes Thermostat ohne Weiteres auf jedes Ventil.

Bei einer Therme oder einem wandmontierten Raumthermostat gelten andere Anforderungen. Der Regler muss zur Heizungsanlage und zu deren Anschlüssen passen. Wenn Sie Heizkörperthermostate und eine zentrale Therme gemeinsam steuern möchten, prüfen Sie außerdem, welches Gerät die Therme schaltet und wie die Raumregler damit zusammenarbeiten. tado° beschreibt, worauf es bei Heizkörpern mit einem zentralen Thermostat ankommt.

Für eine Fußbodenheizung reicht ein Heizkörperthermostat nicht. Wassergeführte Anlagen nutzen je nach Aufbau Raumthermostate und eine Steuerung für die Heizkreise. Bei elektrischen Fußbodenheizungen muss der Regler ebenfalls zur vorhandenen Anlage passen. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Heizungsart oder welcher Anschluss vorliegt, lassen Sie das vor dem Kauf von einer Fachkraft prüfen. Arbeiten an fest installierter Verkabelung gehören in qualifizierte Hände.

Ventil und Adapter prüfen

Suchen Sie nach Hersteller und Typ des Heizkörperventils und vergleichen Sie die Angaben mit der Kompatibilitätsliste des Thermostatherstellers. Ist der Ventiltyp unklar, helfen aussagekräftige Fotos bei der Prüfung. Klären Sie auch, ob ein nötiger Adapter im Lieferumfang liegt.

Einige Ventile oder Heizkörper sind ausdrücklich ausgeschlossen. Aqara nennt für sein Thermostat E1 zum Beispiel manuelle Ventile, Rücklauftemperaturbegrenzer und Einrohr-Heizkörper als nicht unterstützt. Ein vorhandener Heizkörper allein belegt daher noch nicht, dass ein smartes Modell passt.

Zentrale und Smart Home prüfen

Ein Hub, eine Bridge oder ein Controller ist eine Zentrale, die Thermostate mit der App oder dem Smart Home verbindet. Manche Geräte benötigen eine solche Zentrale; bei anderen reicht eine kompatible Smart-Home-Ausstattung. Berücksichtigen Sie die nötige Zusatzhardware, bevor Sie die Kosten für mehrere Räume vergleichen.

Ein gemeinsamer Funkstandard garantiert keine identische Funktionsunterstützung. Matter ist ein Standard, der Geräte verschiedener Hersteller in kompatible Smart-Home-Plattformen einbinden soll. Thread ist eine Funktechnik, über die manche dieser Geräte kommunizieren. Welche Funktionen Sie in der App nutzen können, hängt aber vom Gerät und der Plattform ab.

Die Geräte stellen unterschiedliche Anforderungen: Das Bosch Heizkörper-Thermostat II [+M] lässt sich laut Hersteller direkt in kompatible Matter-Systeme einbinden. Für bestimmte Bosch-Funktionen ist ein Bosch Smart Home Controller vorgesehen. Der Homematic IP Evo benötigt einen Access Point oder eine CCU3. tado° X setzt einen Thread-Border-Router voraus, also ein Gerät, das Thread-Geräte mit dem Heimnetz verbindet. Die ältere Bridge aus der tado°-V3+-Reihe ist dafür nicht kompatibel, und tado° X lässt sich laut Hersteller nicht mit V3+ im selben Zuhause kombinieren. Prüfen Sie deshalb stets die genaue Produktgeneration und die gewünschte Funktion in der passenden Kompatibilitätsübersicht.

Welche Funktionen brauchen Sie?

Für einen festen Tagesablauf genügt oft ein Zeitplan, der die Temperatur zu bestimmten Zeiten senkt und wieder anhebt. Mit Fernzugriff steuern Sie die Heizung von unterwegs. Die Fenster-offen-Erkennung erkennt geöffnete Fenster, und eine Anwesenheitsautomatik richtet die Heizung danach aus, ob jemand zu Hause ist. Diese Funktionen helfen nur, wenn Sie sie tatsächlich nutzen möchten. Ein aufwendigeres System bringt wenig, wenn Sie die Temperatur ohnehin von Hand einstellen.

Achten Sie auch auf die Bedienung am Gerät. Damit lässt sich die Temperatur direkt ändern, wenn das Smartphone nicht zur Hand ist oder ein Gast den Raum nutzt. Bei mehreren Heizkörpern in einem Raum sollten die Thermostate dieselbe Zieltemperatur erhalten. Ein Sensor am Heizkörper misst die Temperatur direkt an der Wärmequelle; Vorhänge oder Möbel können die Wärmeverteilung beeinflussen. Wenn die Messung an dieser Stelle nicht zur Raumnutzung passt, prüfen Sie, ob das System einen externen Temperatursensor unterstützt und ob dafür eine Zentrale nötig ist.

Vergleichen Sie außerdem Batterietyp, Ladeaufwand und Herstellerangaben zur Laufzeit. Der Homematic IP Evo nutzt laut Hersteller zwei AA-Batterien und hat eine typische Laufzeit von zwei Jahren. Bosch nennt für das Heizkörper-Thermostat II [+M] eine typische Laufzeit von unter zwei Jahren. tado° X verwendet einen wiederaufladbaren Akku. Solche Angaben können je nach Nutzung und Smart-Home-Umgebung abweichen.

Modelle nach Einsatz auswählen

Die folgenden Geräte sind Beispiele für unterschiedliche Smart-Home-Lösungen, keine Rangfolge. Das Bosch Heizkörper-Thermostat II [+M] eignet sich als Beispiel, wenn Sie Matter nutzen möchten. Prüfen Sie vorher, ob die gewünschte Plattform die Funktionen unterstützt. Laut Bosch sind Adapter für Danfoss RA und RAVL vorgesehen; prüfen Sie trotzdem, ob Ihr Ventil aufgeführt ist.

Der Homematic IP Evo ist eine Option, wenn Sie eine eigene Zentrale nutzen möchten oder bereits eine haben. Er hat einen M30 × 1,5-mm-Anschluss und laut Datenblatt Adapter für Danfoss RA, RAV und RAVL. Der tado° X kommt eher infrage, wenn Sie ein neues Thread- und Matter-Setup aufbauen oder bereits einen passenden Border-Router besitzen. Bei vorhandenen tado°-Geräten ist die Produktgeneration entscheidend.

Beim Homematic IP kompakt plus sollten Sie vor dem Kauf genau prüfen, welche Funktionen im gewünschten Betriebsmodus verfügbar sind. Der Hersteller nennt unterschiedliche Möglichkeiten mit Zentrale und eingeschränkte Funktionen im Betrieb ohne Zentrale. Wählen Sie das Modell danach aus, welche Funktionen Sie nutzen und ob Sie eine Zentrale einsetzen.

Einsparungen realistisch einschätzen

Eine niedrigere Raumtemperatur spart Heizenergie. Die Verbraucherzentrale nennt als Richtwert etwa sechs Prozent weniger Heizenergie pro Grad niedrigerer Raumtemperatur. Das ist keine garantierte Ersparnis durch den Kauf eines smarten Thermostats. Der zusätzliche Nutzen entsteht vor allem, wenn Zeitpläne oder Fernsteuerung dazu führen, dass Sie verlässlich absenken.

Laut Verbraucherzentrale lässt sich die Einsparung durch Smart-Home-Geräte nicht pauschal beziffern. Sie hängt unter anderem davon ab, wie Sie bisher heizen, wie das Gebäude beschaffen ist und welche Ausstattung vorhanden ist. Herstellerangaben zu möglichen Maximalersparnissen sagen deshalb nicht voraus, wie viel Sie persönlich sparen. Die Hinweise der Verbraucherzentrale zum Heizen helfen auch dabei, zwischen einer niedrigeren eingestellten Zieltemperatur und dem zusätzlichen Effekt der Automatik zu unterscheiden.