Kaufberatung
Wenn Sie lesen, Videos ansehen, Notizen von Hand schreiben oder längere Texte bearbeiten, kommt es auf die Bildschirmgröße, das Betriebssystem sowie passende Apps und Zubehör an. Das Betriebssystem ist die Software, die grundlegende Funktionen des Tablets steuert. Beispiele sind Android und iPadOS. Klären Sie zuerst, wofür Sie das Tablet nutzen. So finden Sie passende Apps, die richtige Größe und die nötige Ausstattung.
Welche Tabletgröße passt zu Ihrer Nutzung?
Für Bücher, Webseiten und Videos zu Hause genügt vielen ein mittelgroßes Tablet. Ein kompaktes Tablet lässt sich leichter in der Tasche transportieren und länger in einer Hand halten. Ein größeres Display bietet mehr Platz für Notizen, Zeichnungen und längere Texte, macht das Gerät aber schwerer und unhandlicher. Stiftung Warentest ordnet Größen bis 9,1 Zoll als kompakt und Geräte ab 11,8 Zoll als groß ein. Diese Größen sind Richtwerte. Auch Hülle, Gewicht und Seitenverhältnis beeinflussen, wie angenehm sich das Tablet nutzen lässt.
Überlegen Sie, ob Sie das Tablet meist im Sitzen auf dem Sofa, unterwegs oder auf einem Tisch verwenden. Wer häufig draußen liest oder das Display in hellen Räumen nutzt, sollte auf Ablesbarkeit und Spiegelungen achten, denn eine hohe Auflösung sagt allein wenig darüber aus, wie gut Sie den Bildschirm ablesen können oder wie stark er spiegelt. Auch OLED, ein Displaytyp mit selbstleuchtenden Bildpunkten, und eine Bildwiederholrate von 120 Hertz sind keine Garantie, dass ein Bildschirm für jeden Zweck besser passt. Die Kaufberatung von Stiftung Warentest behandelt neben der Größe auch Display, Betriebssystem und Ausstattung.
Apps und Betriebssystem prüfen
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Apps und Dienste verfügbar sind, auf die Sie angewiesen sind. Dazu gehören Programme für Schule und Lernen. Auch Streamingdienste und Cloudspeicher zählen dazu. Bei Android und iPadOS unterscheiden sich die verfügbaren Apps und die Möglichkeiten, das Tablet mit anderen Geräten zu verbinden. Wenn Sie bereits ein Smartphone oder einen Computer nutzen, prüfen Sie auch, ob sich Dateien und Konten gemeinsam nutzen lassen und Familienfreigaben auf dem Tablet funktionieren.
Bei Amazon-Tablets mit Fire OS ist der Google Play Store nicht regulär verfügbar; der Amazon Appstore führt eine kleinere Auswahl an Apps. Bei Huawei-Tablets kann die Verfügbarkeit von Google-Diensten wie Gmail, YouTube und Drive eingeschränkt sein. Welche Dienste verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Gerät ab. Prüfen Sie deshalb die benötigten Apps im jeweiligen Store, bevor Sie sich für ein günstigeres Gerät entscheiden.
Ein Tablet mit Android oder iPadOS ist außerdem nicht automatisch ein vollständiger Windows-Computer. Wenn Sie ein bestimmtes Desktopprogramm benötigen, klären Sie zuerst, ob es eine passende Tabletversion gibt und ob diese Ihre Dateien und Arbeitsweise unterstützt.
Wie viel Speicher braucht Ihr Tablet?
Vergleichen Sie den tatsächlich verfügbaren Speicher, nicht nur die Zahl auf der Verpackung. Das Betriebssystem und vorinstallierte Apps belegen einen Teil des internen Speichers. Stiftung Warentest nennt für ein 64-GB-Tablet als Beispiel rund 45 GB, die für eigene Daten übrig bleiben können. Wie viel Sie brauchen, hängt davon ab, welche Apps Sie installieren und ob Sie Videos, Musik oder andere Dateien ohne Internetverbindung speichern.
Bei Geräten mit microSD-Steckplatz können Sie den Speicherplatz für Dateien mit einer Speicherkarte erweitern. Er ersetzt aber nicht automatisch den internen Speicher für Apps. Samsung nennt beim Galaxy Tab A11+ beispielsweise eine microSD-Erweiterung für Medien, weist aber darauf hin, dass Apps nicht auf der Speicherkarte abgelegt werden können. Prüfen Sie diese Einschränkung für die genaue Modellvariante.
Mobilfunk nur bei Bedarf
Eine WLAN-Version reicht, wenn Sie das Tablet meist zu Hause oder an Orten mit WLAN nutzen. Wenn Sie unterwegs ohne Verbindung über ein Smartphone ins Internet gehen möchten, wählen Sie eine Tabletversion mit Mobilfunkmodem. Sie benötigt eine passende SIM-Karte oder eSIM und einen Datentarif. Bei einer eSIM richten Sie die Mobilfunkverbindung digital ein, ohne eine herausnehmbare SIM-Karte einzusetzen.
Prüfen Sie die genaue Modellvariante und den Mobilfunkanbieter: Nicht jedes Tablet unterstützt dieselbe SIM-Art oder dieselben Netze. Die Netzabdeckung hängt außerdem vom Standort ab, wie die Verbraucherzentrale zur Netzwahl erklärt. Ein Mobilfunkmodell lohnt sich vor allem, wenn Sie die Verbindung regelmäßig unterwegs brauchen und die zusätzlichen Kosten für den Tarif einplanen.
Stift, Tastatur und Monitoranschluss
Da sich Stifte je nach Modell und Generation auch innerhalb einer Marke unterscheiden können, prüfen Sie vor dem Kauf eines Stifts oder einer Tastatur die genaue Tabletversion. Apple führt für den Apple Pencil eine Kompatibilitätsübersicht. Beim iPad (A16) sind beispielsweise der Apple Pencil mit USB-C und der Apple Pencil der ersten Generation kompatibel. Für den Pencil der ersten Generation ist zum Koppeln und Laden ein Adapter nötig.
Achten Sie bei einer passgenauen Tastaturhülle darauf, dass sie zum Tabletmodell und zum gewünschten Tastaturlayout passt. Eine Bluetooth-Tastatur lässt sich flexibel verwenden, ist aber nicht unbedingt am Tablet befestigt. Wenn Sie längere Texte schreiben oder das Tablet als Laptop-Ersatz nutzen möchten, testen Sie vorher die benötigten Programme und die Dateiverwaltung.
Ein USB-C-Anschluss bedeutet nicht automatisch, dass das Tablet ein Bild an einen externen Monitor übertragen kann. Einige Geräte bieten einen Desktop-Modus. Das ist eine Oberfläche, die stärker einem Computer ähnelt. Andere Geräte haben diesen Modus nicht. Prüfen Sie die Herstellerangaben zum konkreten Modell und zur gewünschten Verbindung. Samsung nennt auf der DeX-Kompatibilitätsseite sowohl kompatible Geräte als auch Modelle ohne HDMI-Ausgabe.
Drei Tablet-Beispiele im Vergleich
Ein mittelgroßes Android-Tablet wie das Galaxy Tab A11+ verdeutlicht, worauf es bei einem Tablet für zu Hause ankommt: Der Bildschirm eignet sich für Webseiten und Videos, der Speicher lässt sich für Medien erweitern, und Apps können nicht auf der Speicherkarte liegen. Ob es zu Ihnen passt, hängt auch davon ab, welche Apps Sie brauchen und wie anspruchsvoll Ihre Aufgaben sind.
Das iPad (A16) ist eine Option für Käufer, die iPadOS nutzen und ihr Tablet mit vorhandenen Apple-Geräten verbinden möchten. Wer das Gerät mit einem Stift verwenden möchte, sollte die passende Generation und den erforderlichen Adapter einrechnen.
Der Vergleich von Galaxy Tab S11 und S11 Ultra zeigt den Unterschied bei Bildschirmgröße und Gewicht: Samsung nennt für das Tab S11 ein 11-Zoll-Display und etwa 469 Gramm, für das S11 Ultra 14,6 Zoll und etwa 692 Gramm. Laut Hersteller haben beide Modelle ein AMOLED-Display. AMOLED ist eine OLED-Displaytechnik; die Bildwiederholrate beträgt bis zu 120 Hertz. Das größere Modell bietet mehr Platz, wiegt aber auch mehr. Mit den Herstellerangaben zum Vergleich können Sie die Ausstattung vergleichen. Prüfen Sie zusätzlich, ob Größe und Gewicht im Alltag für Sie passen.
Akkulaufzeit und Reparatur vergleichen
Die Akkukapazität in Milliamperestunden (mAh) sagt allein nicht aus, wie lange ein Tablet zwischen zwei Ladevorgängen läuft. Wenn für das Gerät ein EU-Energielabel vorliegt, vergleichen Sie die dort angegebene Akkulaufzeit pro Ladung. Die tatsächliche Laufzeit hängt unter anderem von Displayhelligkeit und Nutzung ab.
Für erfasste Tablets, die seit dem 20. Juni 2025 in der EU in Verkehr gebracht wurden, enthält das Label weitere Angaben. Dazu gehören Sturzfestigkeit, Akkuzyklen, Reparierbarkeit und Schutz gegen Staub und Wasser. Der QR-Code führt zur europäischen Produktdatenbank EPREL. Die EU-Regeln erfassen bestimmte Tabletarten. Tablet-Computer und Geräte mit rollbarem Hauptdisplay fallen nicht automatisch in denselben Geltungsbereich. Die Europäische Kommission erläutert Label und Geltungsbereich. Eine Reparierbarkeitsklasse sagt allerdings nicht automatisch aus, wie viel eine konkrete Reparatur kostet.