Vergleichen Sie den Fernseher beim Spielen zu Hause mit einem zweiten Bildschirm. Auf einem Foto sehen Sie, wie viel später der Fernseher das Bild darstellt. Für den Vergleich brauchen Sie einen Computer und eine Stoppuhr mit Millisekundenanzeige. Fotografieren Sie beide Bildschirme mit einer Kamera oder einem Smartphone.
Die Fotomethode liefert einen groben Vergleichswert. Sie misst nicht genau die Verzögerung des Fernsehers allein. Die Zeit zwischen Videosignal und sichtbarem Bild nennt man Display-Lag. Bis Sie nach einem Tastendruck eine Reaktion sehen, kommt die Verzögerung durch das Spiel, die Konsole oder den PC sowie den Controller hinzu. Die Fotomethode erfasst diese gesamte Zeit nicht.
Geräte für den Fernsehervergleich
Sie brauchen einen Fernseher und einen zweiten Bildschirm, zum Beispiel einen PC-Monitor. Ein Computer muss dasselbe Bild gleichzeitig auf beide Geräte ausgeben können. Dazu kommen eine Stoppuhr mit Millisekundenanzeige und eine Kamera, die beide Bildschirme auf einem Foto erfasst.
Sie brauchen keinen Röhrenmonitor. Auch ein moderner Monitor eignet sich als Referenz, doch er verzögert das Bild ebenfalls. Der Vergleich zeigt daher, wie viel später der Fernseher das Bild im Vergleich zum Monitor darstellt. Die genaue Verzögerung des Fernsehers zeigt er nicht.
So funktioniert die Fotomethode
Schließen Sie Fernseher und Referenzbildschirm an denselben Computer an und spiegeln Sie das Bild auf beide. Öffnen Sie eine Stoppuhr, deren Ziffern auf beiden Displays gut lesbar sind. Stellen Sie am Fernseher die Bildwiederholrate und den Bildmodus ein, die Sie prüfen möchten. Die Bildwiederholrate gibt an, wie oft pro Sekunde der Fernseher das Bild aktualisiert. Für geringe Verzögerung testen Sie den Spielemodus; wenn Sie den Fernseher im Alltag anders nutzen, messen Sie auch mit Ihren üblichen Einstellungen.
Fotografieren Sie beide Anzeigen gleichzeitig. Wiederholen Sie die Aufnahme unter denselben Bedingungen mehrmals, denn ein einzelnes Foto hält nur einen zufälligen Moment fest. Fotografieren Sie mit kurzer Belichtungszeit und stellen Sie scharf, damit die Ziffern lesbar sind. Ein Serienbild kann mehrere Momentaufnahmen liefern, beseitigt aber nicht die grundlegenden Messfehler.
Vergleichen Sie anschließend die angezeigten Zeiten. Liegt die Anzeige des Referenzbildschirms beispielsweise 20 Millisekunden vor der des Fernsehers, zeigt das Foto in diesem Aufbau eine Differenz von 20 Millisekunden. Der Fernseher stellt das Bild also relativ zu diesem Monitor später dar. Diese Differenz ist kein absoluter Input-Lag-Wert des Fernsehers.
Warum der Messwert schwankt
Auch wenn der Computer dasselbe Bild an beide Bildschirme sendet, aktualisieren sie es nicht unbedingt gleichzeitig. Die Kamera nimmt außerdem nicht unbedingt genau dann auf, wenn beide Anzeigen gerade aktualisiert werden. Deshalb kann die gemessene Differenz auf dem nächsten Foto anders ausfallen.
Bei 60 Hertz dauert eine vollständige Bildwiederholung rechnerisch etwa 16,7 Millisekunden. Auch die Stoppuhr zeigt neue Ziffern erst mit einer Bildaktualisierung. Eine Anzeige mit vielen Nachkommastellen macht die Messung nicht automatisch entsprechend genau.
Auch die Position der Stoppuhr spielt eine Rolle: Bildschirme aktualisieren das Bild von oben nach unten. Deshalb kann der Messwert davon abhängen, wo die Stoppuhr auf dem Bildschirm steht. Platzieren Sie die Anzeigen für wiederholte Vergleiche möglichst auf gleicher Höhe und vergleichen Sie immer dieselbe Stelle. Fallen die Werte auf den Fotos stark unterschiedlich aus, nutzen Sie das Ergebnis nur als grobe Orientierung.
Fernseher-Einstellungen vergleichen
Die Methode eignet sich vor allem, um zwei Einstellungen am selben Fernseher zu vergleichen. Fotografieren Sie beispielsweise den Spielemodus und den gewöhnlichen Bildmodus unter denselben Bedingungen. Ist der Unterschied auf mehreren Fotos zu sehen, verändert die Einstellung die Verzögerung in Ihrem Aufbau messbar.
Vergleiche zwischen verschiedenen Fernsehern lassen sich schwerer beurteilen, wenn Sie den Referenzmonitor oder die Computerausgabe wechseln. Verwenden Sie deshalb immer denselben Computer, Monitor, dieselbe Auflösung und Bildfrequenz, dieselbe Stoppuhr und dieselben Aufnahmebedingungen. So können Sie Unterschiede besser dem Fernseher zuordnen. Eine Labormessung ersetzt der Vergleich trotzdem nicht.
Wann ein Messgerät nötig ist
Für genauere, wiederholbare Messungen brauchen Sie spezielle Software oder einen Messaufbau mit Fotosensor. Ein solches Gerät erkennt, wann ein Testbild auf dem Bildschirm erscheint. Ein Fotodetektor mit Oszilloskop misst den zeitlichen Abstand zwischen einem Signal und der sichtbaren Reaktion genauer und unter kontrollierteren Bedingungen als ein gewöhnliches Stoppuhrfoto.
Für spezielle Geräte und Verfahren gelten jeweils eigene Messbedingungen. Manche Tester messen neben der Verzögerung auch die Pixelreaktionszeit, die angibt, wie schnell einzelne Bildpunkte ihre Helligkeit ändern. Ergebnisse lassen sich nur direkt vergleichen, wenn Messmethode und Einstellungen übereinstimmen.
