Hisense ist ein großer chinesischer Fernsehhersteller, aber kein Panel-Hersteller. Die Displays für Hisense-Fernseher kommen von spezialisierten Zulieferern aus China und Taiwan. Wer wissen will, wer die Panels baut, muss auf die großen Display-Fabriken der Branche schauen.
Hisense kauft Panels, es produziert sie nicht selbst
Hisense ist ein Fernsehhersteller, kein Display-Produzent. Das Unternehmen aus Qingdao bezieht die Panels für seine Fernseher von spezialisierten Panel-Herstellern. Das ist in der Branche üblich: Die meisten Fernsehmarken kaufen ihre Displays bei großen Zulieferern ein, statt sie selbst zu fertigen. Hisense ist nur einer von vielen Herstellern, die Panels aus dem asiatischen Wirtschaftsraum verwenden.
BOE, CSOT und Innolux: Die wichtigsten Panel-Lieferanten
Die wichtigsten Panel-Hersteller für Fernseher kommen aus China und Taiwan. Dazu gehören BOE, China Star (CSOT) und Innolux. Diese Unternehmen betreiben riesige Fabriken, in denen die Glas-Substrate für LCD-Panels entstehen.
BOE ist der führende chinesische Hersteller. Das Unternehmen produziert in einer 10,5-Generationen-Fabrik, die monatlich 120.000 Substrate verarbeitet. Jedes Substrat misst 3,37 mal 2,94 Meter. Damit lassen sich besonders große Panels effizient fertigen. Im ersten Quartal 2019 stellte BOE 29 Prozent aller LCD-Panels mit einer Bildschirmdiagonale von 60 Zoll und mehr her.
Der Aufstieg der chinesischen Panel-Hersteller war rasant. Anfang 2018 produzierten chinesische Display-Hersteller nur 3,6 Prozent aller großen LCD-TV-Panels. Im ersten Quartal 2019 waren es bereits fast 34 Prozent bei Panels ab 60 Zoll. Das entspricht einem Wachstum von rund 1167 Prozent in gut einem Jahr.
Der Rückzug der etablierten Hersteller
Die etablierten Hersteller ziehen sich aus dem LCD-Geschäft zurück. LG Display verkauft seine letzte LCD-Fabrik im chinesischen Guangzhou an TCL CSOT. Die Fabrik wurde 2014 eröffnet und belieferte unter anderem LG Electronics, Samsung, Sony und viele chinesische Fernsehhersteller. Der Kaufpreis soll bei etwa 1,5 Milliarden US-Dollar liegen. LG Display will sich künftig auf OLED-Panels konzentrieren und das LCD-Geschäft wegen des Preisdrucks chinesischer Anbieter aufgeben.
Auch Sharp, einst Pionier bei großen LCD-Panels, gehört inzwischen zum taiwanesischen Konzern Hon Hai (Foxconn). Sharp betrieb lange die einzige 10-Generationen-Fabrik der Welt, bevor BOE mit seiner 10,5-Generationen-Fabrik neue Maßstäbe setzte.
Hisense und Loewe: Die Zusammenarbeit
Hisense arbeitet seit 2013 mit dem deutschen Fernsehhersteller Loewe zusammen. Die Kooperation wurde auf der Gesellschafterversammlung der Loewe AG in Berlin angekündigt. Für Loewe, das damals in einer Krise steckte und im ersten Halbjahr einen Verlust im zweistelligen Millionenbereich verbuchte, war die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt.
Hisense erwirtschaftete 2012 einen Gesamtumsatz von 13 Milliarden Euro. Das Unternehmen bot Loewe Zugriff auf die neuesten Basistechnologien und TV-Panel-Technologie. Im Gegenzug übernahm Loewe den Vertrieb von Hisense in Westeuropa, vor allem in den deutschsprachigen Ländern und den Benelux-Staaten. In einem ersten Schritt sollte Loewe den Exklusivvertrieb in Österreich für die Markteinführung von Ultra-HD-Fernsehern übernehmen.
Loewe wollte sich künftig auf die Designveredelung konzentrieren, etwa durch hochwertige Gehäuse aus Carbon oder Aluminium, die Abstimmung der Steuersoftware und spezielle Lautsprecher. Die Panels für die Fernseher sollten aus China kommen.
Was das für Käufer bedeutet
Für Käufer von Hisense-Fernsehern ist der Panel-Hersteller selten ein Entscheidungskriterium. Die Panels von BOE, CSOT und Innolux sind technisch ausgereift und werden in Millionenstückzahlen gefertigt. Die Qualität eines Fernsehers hängt nicht nur vom Panel ab, sondern auch von der Elektronik, der Software und der Bildabstimmung. Hisense setzt bei seinen Fernsehern auf die Panels der großen asiatischen Zulieferer und konzentriert sich selbst auf die Entwicklung der Geräte und die Vermarktung.