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Gaming-TV: So finden Sie Fernseher mit wenig Input-Lag

Beim Gaming zählt, wie schnell eine Aktion auf dem Bildschirm sichtbar wird. Der Input-Lag bezeichnet die Verzögerung zwischen dem Eingang des Bildsignals und der sichtbaren Bildänderung. Suchen Sie unabhängige Messwerte genau für die Auflösung und Bildrate, mit denen Sie spielen. Angaben zu HDMI, 120 Hz und ALLM allein belegen keinen niedrigen Input-Lag.

Der Spielemodus senkt die Verzögerung bei vielen Fernsehern, weil er zusätzliche Bildverarbeitung reduziert. Vergleichen Sie Messwerte für dieselbe Auflösung und Bildrate. Ein Wert für 4K bei 120 Hz zeigt nicht, wie der Fernseher bei 4K mit 60 Hz abschneidet.

Warum Input-Lag auffällt

Bei niedrigem Input-Lag sehen Sie Steuerbefehle schneller auf dem Bildschirm umgesetzt. Das fällt besonders bei schnellen Spielen auf, etwa bei Shootern oder Kampfspielen. Bei Filmen spielt die Verzögerung normalerweise keine vergleichbare Rolle.

Der Messwert des Fernsehers beschreibt nur einen Teil der Verzögerung. Auch Spiel, Konsole oder PC sowie Controller, Maus und Tastatur beeinflussen, wann eine Eingabe auf dem Bildschirm sichtbar wird. Input-Lag und Pixel-Reaktionszeit beschreiben unterschiedliche Dinge: Die Pixel-Reaktionszeit gibt an, wie schnell ein Pixel seine Farbe wechselt. Sie beeinflusst vor allem die Bewegungsunschärfe.

Input-Lag-Messwerte vergleichen

Vergleichen Sie Fernseher nur bei gleicher Auflösung, Bildrate und Bildmodus. Viele Spiele laufen im hochwertigen Grafikmodus mit 60 Bildern pro Sekunde. Deshalb sind Messwerte bei 4K und 60 Hz für viele Konsolenspieler wichtig. Wenn Sie mit passender Konsole oder passendem PC 4K bei 120 Hz spielen, prüfen Sie auch diesen Betriebsmodus.

Als Orientierung bewertet RTINGS in seiner Messmethodik weniger als 15 Millisekunden bei 4K und 60 Hz sowie weniger als 10 Millisekunden bei 4K und 120 Hz als gute Werte. RTINGS nennt 15 Millisekunden als einen Wert, ab dem Unterschiede auffallen können. Das sind Vergleichsmarken aus einer bestimmten Testmethodik, keine allgemeingültigen Grenzen für jede Person und jedes Spiel.

Achten Sie auch auf die Messbedingungen. Die Bildrate beeinflusst den Messwert. Laut RTINGS vergeht bei einer Messung in der Bildschirmmitte bereits die halbe Zeit für eine Bildwiederholung, bevor dort eine Änderung sichtbar wird. Das entspricht bei 60 Hz 8,33 Millisekunden und bei 120 Hz 4,17 Millisekunden. Ein Messwert enthält damit auch den Zeitversatz, der durch den Bildaufbau entsteht.

Input-Lag am Fernseher senken

Aktivieren Sie den Spielemodus am Fernseher. Je nach Hersteller und Modell heißt er beispielsweise „Game Mode“, „Spielemodus“ oder „Game Optimizer“. Beim Spielen reduziert der Spielemodus meist die Bildverarbeitung, die sonst zusätzliche Verzögerung verursacht. Am PC hilft bei manchen Fernsehern außerdem der PC-Modus.

ALLM steht für „Auto Low Latency Mode“, also den automatischen Modus mit niedriger Latenz. Unterstützen Fernseher und Konsole oder PC diese Funktion, sendet die Konsole oder der PC dem Fernseher ein Signal. Das Signal veranlasst den Fernseher zum Wechsel in den niedrigen Latenzmodus; ALLM legt dabei keinen bestimmten Input-Lag fest.

Schalten Sie beim Spielen die Bewegungsinterpolation aus oder prüfen Sie, wie sie sich auf die Verzögerung auswirkt. Diese Funktion berechnet zusätzliche Bilder zwischen den vorhandenen, damit Bewegungen flüssiger wirken. Die dafür nötige Bildverarbeitung erhöht den Input-Lag.

Kontrollieren Sie auch den verwendeten HDMI-Eingang und das eingestellte Signalformat. Bei manchen Fernsehern unterstützen nur bestimmte Anschlüsse 4K bei 120 Hz oder VRR. Die Menünamen und verfügbaren Optionen unterscheiden sich je nach Modell; das Handbuch des Fernsehers nennt die passenden Anschlüsse und Einstellungen.

Gaming-TV nach Input-Lag auswählen

Suchen Sie unabhängige Messwerte für die Spielmodi und Signalformate, die Sie verwenden. Wer vor allem auf einer Konsole mit 4K und 60 Hz spielt, sollte diesen Wert zuerst vergleichen. 4K bei 120 Hz ist relevant, wenn Konsole oder PC, Spiel und Fernseher diese Bildrate unterstützen.

Prüfen Sie, ob der HDMI-Eingang, den Sie nutzen wollen, die gewünschte Auflösung und Bildrate unterstützt. Die HDMI-Angabe allein belegt nicht, dass jeder Anschluss alle Gaming-Funktionen unterstützt. Entscheidend sind die technischen Angaben zum konkreten Modell und Eingang.

VRR steht für „Variable Refresh Rate“, also eine variable Bildwiederholrate. Sie passt die Bildwiederholrate des Fernsehers an die Bildausgabe der Konsole oder des PCs an und kann dadurch Bildzerreißen und Ruckeln reduzieren. Quelle und Fernseher müssen ein kompatibles VRR-Format unterstützen. Prüfen Sie deshalb auch, welches Format und welchen Bereich der Fernseher bietet. VRR ist eine Ergänzung für die Bilddarstellung und kein Ersatz für Input-Lag-Messwerte.

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