Wählen Sie einen Luftreiniger passend zum Schadstoff und zur Raumgröße. Filtergeräte entfernen Partikel aus der Luft, zum Beispiel Pollen, Staub und Aerosole. Die CADR-Kennzahl gibt an, wie viel gereinigte Luft das Gerät pro Stunde liefert. Das Gerät muss genug Luft für den Raum reinigen, ohne dabei zu laut zu sein.

Ein Luftreiniger ersetzt weder das Lüften noch die Beseitigung der Schadstoffquelle. Er entfernt auch nicht automatisch CO₂, Feuchtigkeit oder alle gasförmigen Stoffe. Das Umweltbundesamt empfiehlt mobile Luftreiniger deshalb als Ergänzung zum Lüften.

Welche Schadstoffe soll der Luftreiniger entfernen?

Bei Pollen, Staub und Tierallergenen zählt vor allem die Leistung des Partikelfilters. Ein HEPA-Filter ist ein feinmaschiger Filter, der kleine Schwebstoffe aus der Luft zurückhält. Achten Sie außerdem auf eine klare Angabe dazu, wie viel Luft das Gerät reinigt. Der Filter beseitigt die Partikelquelle nicht. Er erfasst nur Partikel, die das Gerät ansaugt.

Für Rauch und Feinstaub ist eine ausgewiesene CADR hilfreich. Das Kürzel steht für „Clean Air Delivery Rate“. Es gibt an, wie viel gefilterte Luft das Gerät pro Stunde abgibt. Die AHAM-Datenbank führt getrennte Werte für Rauch, Staub und Pollen. Prüfen Sie deshalb, für welche Partikelart und nach welchem Verfahren der Hersteller den Wert angibt. Der Luftdurchsatz allein sagt nicht aus, wie gut das Gerät die Luft reinigt.

Gegen Gerüche und bestimmte Gase brauchen Sie einen Aktivkohlefilter. Achten Sie darauf, für welche Stoffe der Hersteller das Gerät geprüft hat. Ein Partikelfilter allein bindet keine gasförmigen Stoffe. Auch Aktivkohle entfernt nicht unbedingt alle Schadstoffe. Bei Schimmel, Rauch aus einer dauerhaften Quelle oder anderen Belastungen muss die Ursache behandelt werden.

Raumvolumen statt Werbefläche

Berechnen Sie das Raumvolumen: Multiplizieren Sie die Fläche mit der Deckenhöhe. Für eine grobe Einschätzung multiplizieren Sie das Raumvolumen mit der gewünschten Zahl der Luftwechsel pro Stunde. Ein Luftwechsel bedeutet, dass eine Luftmenge in Höhe des gesamten Raumvolumens ausgetauscht wird.

Ein Beispiel: Ein Zimmer mit 20 m² Fläche und 2,5 m Deckenhöhe hat ein Volumen von 50 m³. Für rechnerisch fünf Luftwechsel pro Stunde wäre eine CADR von 250 m³/h nötig. Die Rechnung hilft beim Vergleichen, gilt aber nicht pauschal für jedes Zimmer, denn die benötigte Leistung hängt vom Zweck und der Nutzung des Raums ab.

Die Herstellerangabe „geeignet für bis zu X m²“ ist nur aussagekräftig, wenn auch die Deckenhöhe und die Zahl der Luftwechsel pro Stunde genannt werden. Die Angaben zweier Modelle zeigen den Unterschied: Kärcher nennt für den AF 20 eine Nutzfläche von 20 m² bei 3 m Deckenhöhe und drei Luftwechseln pro Stunde. Philips gibt für den PureProtect Mini 900 AC0951/13 eine maximale Raumgröße von 65 m² und eine Partikel-CADR von 250 m³/h nach GB/T an. Die Flächenwerte lassen sich nicht direkt vergleichen, weil die Hersteller unterschiedliche Bedingungen ansetzen. Prüfen Sie die jeweiligen Herstellerangaben von Kärcher und Philips im Zusammenhang.

Leistung und Lautstärke vergleichen

Viele Geräte erreichen ihre höchste CADR auf einer hohen Lüfterstufe. Diese Stufe ist für das Schlafzimmer oder den Dauerbetrieb womöglich zu laut. Vergleichen Sie deshalb Luftleistung und Geräuschwert jeweils für dieselbe Stufe. Ein niedriger Dezibelwert sagt ohne Angabe zur Lüfterstufe wenig darüber aus, wie viel Luft das Gerät dabei reinigt.

Beim Kärcher AF 20 nennt das Handbuch eine Luftfördermenge von 220 m³/h und einen Geräuschbereich von 26 bis 52 dB(A). Das Gerät ist je nach Stufe unterschiedlich laut. Beim Philips AC0951/13 nennt der Hersteller 250 m³/h Partikel-CADR nach GB/T sowie 20,5 bis 49,5 dB(A). Die Werte lassen sich nicht direkt mit jeder anderen CADR-Angabe vergleichen, weil die Hersteller unterschiedliche Messverfahren und Partikelkategorien verwenden.

Wenn Sie den Luftreiniger nachts oder dauerhaft nutzen wollen, prüfen Sie den Luftdurchsatz auf der leisen Stufe. Fehlt dieser Wert, wissen Sie nicht, ob das Gerät Ihren Raum bei erträglicher Lautstärke ausreichend reinigt. Ein Spitzenwert allein beantwortet diese Frage nicht.

Ersatzfilter und Stromkosten prüfen

Prüfen Sie vor dem Kauf die genaue Bezeichnung des Ersatzfilters und den empfohlenen Wechselzeitpunkt. Beziehen Sie auch die laufenden Kosten ein. Der passende Filter sollte auch langfristig erhältlich sein. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Filter nach einer bestimmten Betriebszeit gewechselt werden müssen. Wie schnell ein Wechsel nötig ist, hängt unter anderem von der Belastung ab.

Mit dem Verbrauch in Kilowattstunden können Sie die Stromkosten abschätzen. Für den Preis multiplizieren Sie diesen Verbrauch mit Ihrem Stromtarif. Ein Gerät, das täglich viele Stunden läuft, verursacht mehr Stromkosten als ein Gerät, das Sie nur gelegentlich nutzen.

Sensoren und Aufstellung prüfen

Ein Partikelsensor misst nicht automatisch CO₂ oder gasförmige Schadstoffe. In der Produktbeschreibung steht, welche Werte der Sensor erfasst. App- und Sprachsteuerung sollten zu Ihrer Nutzung passen. Eine Anzeige der Partikelbelastung misst nicht alle Werte der Raumluft.

Stellen Sie das Gerät so auf, dass Luft ungehindert ein- und ausströmen kann. Möbel, Vorhänge oder eine enge Nische können die Luftführung behindern. Halten Sie die in der Bedienungsanleitung genannten Abstände ein. Wählen Sie einen Platz, von dem aus der Luftstrom den Raum gut erreicht.

Zahlen Sie für Funktionen wie Ionisation oder Plasma nicht automatisch mehr. Das Umweltbundesamt rät von einer gezielten Ozonbehandlung der Raumluft ab. Informieren Sie sich bei solchen Technologien über ihre Wirksamkeit und mögliche Ozonbildung.