Der Ort, an dem Sie Radio hören, und die gewünschten Sender bestimmen, welche Ausstattung Sie brauchen. Ein Küchenradio, ein tragbares Radio und ein Empfänger für die Stereoanlage brauchen unterschiedliche Funktionen. DAB+ empfängt Radioprogramme digital über eine Antenne. Internetradio braucht eine Internetverbindung. Bluetooth überträgt meist Musik vom Smartphone.

Prüfen Sie vor dem Kauf den Empfang am Standort, die benötigten Anschlüsse und die Stromversorgung. So finden Sie ein Gerät, das zu Ihrer Anlage passt, und zahlen nicht für unnötige Funktionen.

Radio nach Einsatzort wählen

In Küche, Schlafzimmer oder Arbeitszimmer sind ein gut lesbares Display und leicht erreichbare Tasten oft wichtiger als viele Zusatzfunktionen. Wenn Sie das Radio als Wecker nutzen, achten Sie auf eine Weckfunktion und einen Sleeptimer, der das Radio nach einer eingestellten Zeit ausschaltet. Für Musik sollten Sie außerdem prüfen, wie der Lautsprecher bei Ihrer üblichen Lautstärke klingt.

Unterwegs zählen Gewicht, Größe und Stromversorgung. Bei Akku- oder Batteriebetrieb sollten Sie die angegebene Laufzeit und die Art des Aufladens oder Batteriewechsels vergleichen. Als Extras kommen eine Kurbel oder Solarzelle infrage; manche Geräte haben auch eine integrierte Powerbank. Achten Sie trotzdem auf konkrete Angaben dazu, wie lange das Radio mit Akku oder Batterien läuft. Für Bad, Keller oder Werkstatt gilt: Aus der Bezeichnung „Outdoor“ oder dem Empfang über DAB+ lässt sich keine Wasserfestigkeit ableiten. Achten Sie auf eine ausdrücklich genannte IP-Schutzart. Sie beschreibt, wie gut das Gehäuse gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt ist.

Wenn Sie über Ihre Stereoanlage hören möchten, reicht ein Radio mit eingebautem Lautsprecher nicht unbedingt aus. Prüfen Sie, ob das Gerät einen passenden Audioausgang und gegebenenfalls einen Anschluss für eine externe Antenne besitzt. Vergleichen Sie die Anschlüsse mit denen Ihrer Anlage, bevor Sie kaufen.

DAB+, Internetradio und Bluetooth unterscheiden

DAB+ empfängt Radioprogramme digital und terrestrisch, also über eine Antenne statt über das Internet. Dafür brauchen Sie ein DAB+-fähiges Gerät und ausreichenden Empfang an Ihrem Standort. Viele DAB+-Radios empfangen zusätzlich UKW, den analogen Rundfunk über die herkömmliche Radiofrequenz; ob der gewünschte Sender über DAB+ verfügbar ist, hängt vom Ort ab.

Prüfen Sie die DAB+-Empfangsprognose für Ihre Adresse und die gewünschten Sender. Sie gibt eine erste Orientierung, garantiert aber keinen Empfang in jedem Raum: Bei einer Abfrage mit Postleitzahl bezieht sich die Prognose auf einen rechnerisch gemittelten Standort. Wenn Sie unsicher sind, ist ein Empfangstest am vorgesehenen Aufstellort die verlässlichere Entscheidungshilfe.

Internetradio empfängt Sender aus dem Internet über Ihr Heimnetz. Es eignet sich, wenn Sie bestimmte Online-Sender hören möchten oder ein großes internationales Angebot suchen. Prüfen Sie im Datenblatt, welche WLAN-Verbindungen das konkrete Gerät unterstützt und ob die Einrichtung zu Ihrem Heimnetz passt.

Bluetooth erfüllt eine andere Aufgabe: Damit geben Sie zum Beispiel Musik vom Smartphone über den Radiolautsprecher wieder. Achten Sie darauf, dass das Radio Bluetooth-Audio empfängt. Die bloße Angabe „Bluetooth“ sagt weder aus, dass das Gerät selbst Internetradio abspielt, noch dass es DAB+ empfängt.

Radioempfang, Klang und Bedienung prüfen

Empfang und Lautsprecherklang sind verschiedene Eigenschaften. Ein DAB+-Empfänger kann Radioprogramme digital empfangen, ohne dass damit die Klangqualität des eingebauten Lautsprechers feststeht. Achten Sie auf Sprachverständlichkeit, Klang bei Ihrer üblichen Lautstärke und eine einfache Senderwahl. Wattangaben helfen beim Vergleich, ersetzen aber keine Hörprobe oder unabhängige Prüfung.

Auch die Bedienung sollte zum Einsatz passen. Für ein Weckradio sind klare Tasten und ein dimmbares Display nützlich, wenn das Gerät im Schlafzimmer steht. Bei einem Musikradio sind Lautsprecher und Stereo-Wiedergabe wichtiger. Die Testmethodik der Stiftung Warentest bewertet Ton, Empfang und Handhabung getrennt. Das ist eine sinnvolle Orientierung beim Vergleichen, weil eine gute Empfangsleistung nicht automatisch für guten Klang oder einfache Bedienung steht.

Kabelradio und UKW einordnen

Wenn Sie Radio über die Kabeldose hören, klären Sie vor dem Kauf, welche Empfangsart Ihre Anlage unterstützt. UKW-Radio über den Kabelanschluss funktioniert nach der Umstellung des Kabelnetzes nicht mehr. Je nach vorhandener Anlage benötigen Sie einen passenden Kabelradio-Receiver oder ein Gerät mit geeignetem Empfangsteil, etwa für DVB-C, den digitalen Empfang über Kabel, und einem Audioausgang, der zur Anlage passt. Die Verbraucherzentrale erklärt die nötigen Empfangsgeräte.

Für ganz Deutschland gibt es keinen einheitlichen Abschalttermin, daher müssen Sie ein funktionierendes UKW-Radio nicht wegen eines angeblich kurz bevorstehenden Termins ersetzen. In Schleswig-Holstein läuft eine regionale Umstellung. Wenn Sie neu kaufen, bietet ein Gerät mit DAB+ neben UKW einen zusätzlichen Empfangsweg. Welche Programme tatsächlich verfügbar sind, hängt weiterhin von Ihrem Standort ab. Die Verbraucherzentrale ordnet die DAB+-Pflicht und regionale Umstellungen ein.

Häufige Radio-Fehlkäufe vermeiden

Bluetooth an einem Radio sagt allein nichts darüber aus, ob es Internetradio empfängt. Ein Gerät mit DAB+ garantiert weder Empfang in jedem Raum noch einen guten Lautsprecherklang. Für den Anschluss an eine Stereoanlage braucht das Radio passende Audioanschlüsse, auch wenn es den richtigen Empfangsstandard unterstützt.

Lesen Sie das Datenblatt deshalb gezielt: Prüfen Sie, ob das Radio DAB+, UKW oder WLAN unterstützt. Achten Sie außerdem auf Bluetooth-Empfang und einen Audioausgang sowie darauf, ob Batteriebetrieb möglich ist. Bezeichnungen wie „digital“ oder „Bluetooth“ allein beantworten nicht, ob das Gerät Ihre gewünschte Empfangsart oder Verbindung unterstützt.