Wenn Sie vor allem Serien, Filme und Sendungen aus Mediatheken oder Streamingdiensten sehen, prüfen Sie zuerst, ob der Fernseher die passenden Apps bietet und am Standort eine stabile Internetverbindung hat. Ein Smart-TV ist ein Fernseher mit Internetzugang und integrierten Apps. Welche Dienste Sie nutzen können, hängt vom Modell und seiner Software ab.
Prüfen Sie vor dem Kauf die Apps für das konkrete Gerät. Vergleichen Sie anschließend Sitzabstand, Bildschirmgröße und Stromverbrauch. 4K und HDR verbessern das Bild nur, wenn die Inhalte, Ihr Tarif, die Internetverbindung und alle Geräte, über die der Inhalt läuft, diese Qualität unterstützen.
Mediatheken-Apps vor dem Kauf prüfen
Prüfen Sie in der App-Übersicht des Herstellers, ob die ARD Mediathek, das ZDF und Ihre weiteren Streamingdienste für Ihr genaues TV-Modell verfügbar sind. Die Bezeichnung „Smart-TV“ allein sagt nicht aus, welche Apps der Fernseher unterstützt. Auch bei Geräten derselben Marke kann die Auswahl je nach Betriebssystem und Modell unterschiedlich sein.
Prüfen Sie auch, wie lange der Hersteller Software-Updates bereitstellt. Ohne Updates funktionieren Apps auf älteren Fernsehern möglicherweise nicht mehr oder die Wiedergabe läuft nicht zuverlässig. Wenn ein vorhandener Fernseher die benötigten Dienste nicht mehr unterstützt, ist ein Streaming-Adapter eine mögliche Alternative zum Neukauf. Auch bei einem Adapter sollten Sie vorher die App-Auswahl prüfen.
HbbTV und Apps unterscheiden
Apps öffnen Sie über das Menü des Fernsehers und wählen dort Sendungen aus. HbbTV verbindet das laufende Fernsehprogramm mit Internetangeboten: Bei der ARD und dem ZDF lässt sich das Angebot zum Beispiel über die rote Taste der Fernbedienung aufrufen. Dafür braucht der Fernseher eine Internetverbindung und ein passendes TV-Signal.
Wenn Sie Fernsehen ausschließlich über eine Internet-TV-App empfangen, können Sie HbbTV nicht auf demselben Weg aus dem laufenden Programm aufrufen. Nutzen Sie dann die Mediatheken-App oder ein unterstütztes Zusatzgerät. Je nach Anbieter und danach, wie Sie die Sendung aufrufen, schalten Sie Untertitel unterschiedlich ein. Prüfen Sie deshalb, ob Sie die Untertitel in der jeweiligen App leicht finden.
Internet am Fernseher testen
Eine ausreichend schnelle und stabile Internetverbindung am Fernseher hilft, stockende Streams und eine sinkende Bildqualität zu vermeiden. Fernseher verbinden sich meist per WLAN oder Netzwerkkabel. Wenn das WLAN im Wohnzimmer schwach ist, testen Sie die Verbindung dort, bevor Sie ein Modell auswählen. Die ARD empfiehlt für HbbTV möglichst eine kabelgebundene Verbindung.
Die nötige Geschwindigkeit hängt vom Dienst und von der Bildqualität ab. Die ARD nennt für ihre HbbTV-Angebote eine konstante Verbindung von mindestens 3 Mbit/s, das ZDF mindestens 5 Mbit/s für Streaming am Fernseher. Netflix empfiehlt 3 Mbit/s für HD mit 720p, 5 Mbit/s für Full HD mit 1080p und 15 Mbit/s für UHD/4K. Diese Anbieterwerte gelten jeweils für ihre Angebote und sind keine allgemeingültige Mindestanforderung für alle Mediatheken.
4K und HDR einordnen
4K bezeichnet eine Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln. Sie bietet mehr Bildpunkte als Full HD. Einen sichtbaren Vorteil haben Sie aber nur, wenn der gestreamte Inhalt in 4K vorliegt und die Internetverbindung sowie alle Geräte, über die der Inhalt läuft, die Wiedergabe unterstützen. Bei Netflix gehört außerdem ein passender Tarif zu den Voraussetzungen für UHD/4K.
HDR erweitert den Kontrast- und Helligkeitsumfang eines Bildes. Ein Fernseher zeigt HDR nur, wenn der Inhalt und die Wiedergabe HDR unterstützen. Nicht jede Sendung und nicht jede Mediathek bietet 4K oder HDR. Für viele Inhalte auf Abruf reicht deshalb ein Fernseher ohne besondere HDR-Ausstattung. Zahlen Sie für 4K oder HDR nur dann extra, wenn Sie die entsprechenden Inhalte tatsächlich nutzen möchten.
Bildschirmgröße passend wählen
Richten Sie die Bildschirmgröße nach Sitzabstand, Platz und Blickwinkel aus. Als Orientierung nennt die Verbraucherzentrale bei HDTV für einen 55-Zoll-Fernseher etwa 2,0 bis 2,7 Meter Abstand. Bei 65 Zoll sind es etwa 2,4 bis 3,1 Meter. Das sind Richtwerte, keine festen Vorgaben: Raumhelligkeit und persönliche Vorlieben spielen ebenfalls eine Rolle.
Messen Sie vor der Auswahl den Abstand zwischen Sitzplatz und Fernseher. Prüfen Sie außerdem, ob Sie von allen Sitzplätzen gut auf den Bildschirm sehen. Ein größeres Gerät passt nicht automatisch besser in jeden Raum.
Stromverbrauch vergleichen
Vergleichen Sie auf dem EU-Energielabel den konkreten Verbrauch des Modells, nicht nur die Effizienzklasse. Das Label nennt den Stromverbrauch für SDR, also für die normale Bilddarstellung ohne HDR. Bei HDR-Geräten steht dort zusätzlich der Verbrauch bei HDR. Größere und umfangreicher ausgestattete Fernseher verbrauchen tendenziell mehr Strom.
Für die tatsächlichen Kosten zählen außerdem Ihre tägliche Nutzungsdauer und Ihr Stromtarif. Wenn Sie regelmäßig lange streamen, sollten Sie besonders auf den Verbrauch achten. Ohne Angaben zu Nutzungsdauer und Stromtarif lassen sich die jährlichen Kosten nicht sinnvoll schätzen.