Beim Kauf eines Fernsehers für Filme, Serien oder Spiele begegnet Ihnen oft das Kürzel HDR. Es steht für „High Dynamic Range“ und bezeichnet Bildsignale mit größerem Helligkeits- und Farbumfang als das ältere SDR-Format. Gut umgesetztes HDR zeigt Lichtreflexe, dunkle Bildbereiche und Farben mit feineren Abstufungen.
Wie deutlich Sie den Unterschied sehen, hängt vom Fernseher und vom Inhalt ab. Ein HDR-Logo bestätigt nur, dass der Fernseher das Signal unterstützt. Es sagt wenig darüber aus, wie gut er helle und dunkle Details darstellt.
Was HDR im Bild verändert
HDR kann kleine Lichtquellen wie Sonnenreflexe auf Wasser oder glänzendes Metall heller zeigen, ohne gleich die ganze Szene aufzuhellen. Gleichzeitig bleiben in dunklen Bereichen mehr Abstufungen sichtbar. Passende Szenen wirken dadurch oft räumlicher und ihre Helligkeitsunterschiede natürlicher.
Auch die Farben profitieren: HDR-Inhalte können einen größeren Farbumfang nutzen und feinere Übergänge darstellen, etwa am Himmel oder bei einem Sonnenuntergang. Dafür zählen sowohl das Bildsignal als auch die Fähigkeiten des Fernsehers. Ein Fernseher, der HDR-Signale unterstützt, stellt deshalb nicht automatisch alle darin enthaltenen Farben und Abstufungen überzeugend dar.
HDR bedeutet auch nicht, dass jedes Bild besonders hell oder bunt aussehen soll. Eine nächtliche Szene bleibt absichtlich dunkel. Entscheidend ist, ob der Fernseher innerhalb dieser Szene helle Stellen und Schatten ausreichend differenziert wiedergibt.
4K und HDR beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. 4K steht für die Bildauflösung, HDR für den Helligkeits- und Farbumfang. Ein Film kann daher 4K ohne HDR oder HDR ohne 4K bieten.
Warum das HDR-Logo nicht reicht
Für einen sichtbaren HDR-Effekt muss der Fernseher helle Highlights darstellen und gleichzeitig dunkle Bildbereiche differenziert wiedergeben. Dabei wirken mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören Spitzenhelligkeit und Kontrast ebenso wie Farbumfang und Bildverarbeitung. Ein einzelner Spitzenwert verrät nicht, wie hell ein Fernseher eine ganze Filmszene darstellt oder wie viele Details er in Schatten zeigt.
Die Helligkeit wird häufig in Nits angegeben, gleichbedeutend mit Candela pro Quadratmeter. Auch Tests können je nach Messmethode unterschiedliche Ergebnisse liefern. Vergleichen Sie deshalb möglichst unabhängige Messungen aus demselben Testlabor. Achten Sie darauf, ob die Tests verschiedene Bildbedingungen oder Filmszenen berücksichtigen.
HDR-Formate im Überblick
HDR10 ist ein verbreitetes Format mit statischen Metadaten. Das sind zusätzliche Angaben zur Bilddarstellung, die für das gesamte Programm gelten. Dolby Vision und HDR10+ verwenden dynamische Metadaten, die sich von Szene zu Szene ändern können. So erhält der Fernseher weitere Hinweise, wie er die jeweilige Szene an seine Bildfähigkeiten anpasst. Das allein sorgt noch nicht für ein besseres Bild: Auch die Umsetzung des Fernsehers und die Qualität des Films oder Streams zählen.
HLG ist ein weiteres HDR-Verfahren, das unter anderem für Fernsehübertragungen vorgesehen ist. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Formate der Fernseher unterstützt und ob sie zu Ihren Streamingdiensten, Spielekonsolen oder Abspielgeräten passen. Ein HDR10+-Film lässt sich beispielsweise auch auf einem Fernseher mit HDR10 wiedergeben, dann aber ohne die dynamischen Zusatzinformationen.
Worauf Sie beim Kauf achten
Orientieren Sie sich an unabhängigen Tests statt am HDR-Aufdruck auf der Verpackung. Achten Sie auf Messwerte zur HDR-Helligkeit und zum Kontrast sowie auf die Darstellung dunkler Szenen. Bezieht ein Test echte Film- oder Serienbilder ein, sehen Sie neben einzelnen Spitzenwerten auch, wie der Fernseher solche Bilder darstellt.
Berücksichtigen Sie auch, wo Sie fernsehen. Ein heller Raum stellt andere Anforderungen an die Bildhelligkeit als ein abgedunkeltes Zimmer. Wenn Sie den Fernseher vor Ort ansehen, vergleichen Sie nach Möglichkeit verschiedene helle und dunkle Szenen statt nur eines Demovideos. So erkennen Sie eher, ob die Darstellung zu Ihren Sehgewohnheiten passt.
Prüfen Sie auch genau, was die Angabe „10 Bit“ aussagt. 10-Bit-Signale ermöglichen feinere Farbabstufungen. Dass ein Fernseher ein solches Signal annimmt, belegt jedoch nicht für sich allein, welche Paneltechnik er nutzt oder wie sauber die Übergänge aussehen.