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SABA Fernseher Modelle: Die Schwarzwälder Marke und ihre Geräte

SABA war ein deutscher Hersteller von Rundfunk- und Fernsehgeräten mit Wurzeln im Schwarzwald. Wer heute nach SABA-Fernsehern sucht, ist meist Sammler oder Besitzer eines Altgeräts. Eine vollständige offizielle Modellübersicht gibt es nicht, aber die Geschichte der Marke und einige dokumentierte Typen lassen sich nachzeichnen. Dieser Beitrag erklärt, welche Modellreihen SABA anbot, was die Geräte auszeichnete und worauf Sammler achten sollten.

Von der Uhrenmanufaktur zum Elektronikhersteller

Die Geschichte von SABA beginnt 1835, als Joseph Benedikt Schwer in Triberg eine Uhrenmanufaktur gründete. Sein Schwiegersohn August Schwer übernahm das Unternehmen 1865 und führte es als Metallwaren-Fabrik weiter. Der Name SABA entstand 1926 aus den ersten vier Buchstaben des Firmennamens, als das Unternehmen begann, Funkgeräte zu vertreiben.

In den 1930er Jahren machte sich SABA mit Radios einen Namen. Der Schweizer Ingenieur Eugen Leuthold entwickelte ab 1929 Geräte, die auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1931 großen Erfolg hatten. Mehr als 100.000 Stück der Baureihe S35 verkaufte das Unternehmen. 1931 führte SABA als einer der ersten Hersteller im deutschsprachigen Raum eine automatische Verstärkungsregelung ein, die die Empfangslautstärke konstant hielt.

Der Einstieg ins Fernsehgeschäft 1957

Die Fernsehproduktion begann bei SABA erst 1957. Zuvor hatte das Unternehmen 1950 ein Kühlgeräteprogramm gestartet, das sich jedoch als Verlustgeschäft erwies und 1957 aufgegeben wurde. In den frei gewordenen Werkshallen entstanden nun Fernsehgeräte.

Bereits 1954/55 hatte SABA mit den Typen Freiburg und Bodensee Rundfunkgeräte mit Sendersuche und automatischer Scharfeinstellung auf den Markt gebracht, die teils mit einer Funkfernbedienung ausgestattet waren. Diese Technik floss in die Fernsehgeräte der folgenden Jahre ein.

1961 präsentierte SABA mit dem Slogan "Sabavision" ein leitungsfreies Fernsehen, das mit einem speziell gerillten Kunststoff arbeitete und zunächst patentrechtlich geschützt war. Mitte der 1960er Jahre gehörte SABA mit rund 4.500 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Fernsehanbietern in Deutschland. Der Jahresumsatz stieg von 118 Millionen auf 155 Millionen D-Mark im Jahr 1965.

Dokumentierte Modelle: Freiburg, Bodensee, Schauinsland

Eine vollständige, offizielle Modellübersicht aller SABA-Fernseher existiert nicht. Die verfügbaren Informationen stammen aus Verkaufsanzeigen, Foren und Sammlernachlässen. Folgende Modelle sind dokumentiert:

  • Freiburg und Bodensee (ab 1954/55): Rundfunkgeräte mit Sendersuche und automatischer Scharfeinstellung, teils mit Funkfernbedienung.
  • Schauinsland T 248 electronic G: Ein Schwarzweiß-Röhrenfernseher, der heute als Vintage-Gerät gehandelt wird.
  • Schauinsland T 184: Für dieses Modell sind eine Bedienungsanleitung und ein Schaltplan im Umlauf, die Sammler als Unterlagen anbieten.

Die Bezeichnung "Schauinsland" steht für eine Modellreihe, die SABA in den 1960er Jahren anbot. Die genauen Produktionszeiträume und technischen Daten der einzelnen Typen sind in den verfügbaren Quellen nicht vollständig dokumentiert. Die Angaben zu den Schauinsland-Geräten stammen aus privaten Kleinanzeigen und sind nicht durch Herstellerunterlagen verifiziert.

Was Sammler heute wissen sollten

SABA-Fernseher sind heute keine Massenware mehr. Insbesondere Farbfernseher der ersten Generationen waren schon zur Produktionszeit regional ungleich verbreitet. Ein Sammler berichtet, dass SABA-Farbfernseher der ersten Generationen in Norddeutschland höchst selten waren und er nur einmal ein röhrenbestücktes Gerät vor sich gehabt habe. Diese Beobachtung ist eine Einzelstimme, aber sie deckt sich mit der allgemeinen Erfahrung, dass SABA-Geräte regional unterschiedlich stark vertreten waren.

Für Besitzer und Sammler gilt:

  • Unterlagen sind rar: Bedienungsanleitungen und Schaltpläne werden über private Kanäle gehandelt. Eine zentrale, offizielle Quelle gibt es nicht.
  • Kein Herstellersupport mehr: SABA existiert seit der Übernahme durch Thomson-Brandt 1980 nur noch als Marke. Ersatzteile und Reparaturunterstützung müssen über Sammlerkreise und Fachwerkstätten für Altgeräte organisiert werden.
  • Zustand prüfen: Bei Röhrengeräten aus den 1960er und 1970er Jahren ist der Zustand der Bildröhre entscheidend. Gealterte Kondensatoren und andere Bauteile sind typische Schwachstellen.

Das Ende der Marke SABA

1972 lag SABA im deutschen Markt für Rundfunk-, Fernseh- und Tonbandgeräte auf dem vierten Rang hinter Grundig, Telefunken und Philips. 1968 hatte das US-Unternehmen GTE 85 Prozent der Anteile übernommen. 1980 verkaufte GTE sein Unterhaltungselektronikgeschäft einschließlich SABA an den französischen Konzern Thomson-Brandt. Danach ließ Thomson die Geräte in den eigenen Werken produzieren, SABA existierte nur noch als Vertriebsfirma und Marke.

Fazit

SABA-Fernseher sind ein Stück deutsche Industriegeschichte. Die Marke aus dem Schwarzwald gehörte in den 1960er Jahren zu den führenden Fernsehanbietern, verschwand aber nach der Übernahme durch Thomson vom Markt. Wer heute ein SABA-Gerät besitzt oder sucht, findet keine offizielle Modellübersicht, aber eine lebendige Sammlerszene, die Unterlagen und Erfahrungswissen austauscht. Die dokumentierten Modelle wie der Schauinsland T 248 und T 184 zeigen, dass SABA technisch anspruchsvolle Geräte baute, die auch Jahrzehnte später noch Interesse wecken.

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