Als Alltagsfernseher lohnt sich ein gebrauchtes Plasma-Gerät heute meist nicht: Die Hersteller haben die Produktion eingestellt. Zudem verbrauchen die Geräte mehr Strom und bieten veraltete Ausstattung. Ein gut erhaltenes spätes Modell kann für Filme in einem dunklen Raum trotzdem interessant sein.
Plasma-Fernseher erzeugen Bilder mit selbst leuchtenden Zellen, LCD-Fernseher mit einer Hintergrundbeleuchtung. Achten Sie beim Gebrauchtkauf vor allem auf den Zustand des Geräts und darauf, ob Bildqualität und Anschlüsse zu Ihrem Bedarf passen.
Verfügbar sind nur gebrauchte Geräte
Plasma-Fernseher werden nicht mehr neu produziert. Panasonic beendete die Produktion seiner Plasma-Displays 2013; auch LG und Samsung stellten die Plasma-Geräte bis Ende 2014 ein. Heute finden Sie solche Fernseher daher vor allem als einzelne Gebrauchtangebote. Zustand, Zubehör und Ausstattung unterscheiden sich von Gerät zu Gerät.
Testen Sie den Fernseher vor dem Kauf möglichst im laufenden Betrieb mit verschiedenen Inhalten. Achten Sie darauf, ob frühere Bilder trotz eines neuen Bildes sichtbar bleiben, und prüfen Sie ihn auf weitere Bildfehler sowie ungewöhnliche Geräusche. Kontrollieren Sie, ob Fernbedienung, Standfuß und die benötigten Anschlüsse vorhanden sind. Ein niedriger Preis allein sagt wenig über den Zustand aus. Bei einem bestimmten Modell lässt sich nicht sicher sagen, wie lange es noch hält oder wie gut sich ein Defekt reparieren lässt.
Bildqualität hängt vom Modell ab
Späte Plasma-Modelle können weiterhin ein überzeugendes Bild liefern. Frühere Tests lobten bei einzelnen Panasonic-Geräten tiefe Schwarztöne, gute Sicht aus verschiedenen Blickwinkeln und flüssige Bewegungen. Das kann besonders bei Filmen und Sport angenehm sein. Diese Ergebnisse gelten jedoch für die getesteten Modelle und lassen sich nicht auf jeden Plasma-Fernseher übertragen.
Ein Test des Panasonic TX-P55STW60 aus dem Jahr 2013 beschrieb ein Full-HD-Bild mit 1920 × 1080 Pixeln. Eine moderne 4K-Auflösung und HDR, also Bilder mit einem größeren Helligkeits- und Kontrastumfang, sollten Sie bei einem Plasma deshalb nicht voraussetzen. Prüfen Sie die Angaben zum konkreten Modell, wenn Sie bestimmte Auflösungen oder Bildformate brauchen.
Im hellen Raum fällt ein Plasma weniger günstig aus. Ältere Tests beschrieben die Bildschirme als vergleichsweise dunkel und wiesen bei einem Modell auf Spiegelungen durch Fenster oder Lampen hin. Auch Nachbilder nach längerer Anzeige desselben Bildes können auftreten. Wenn der Fernseher tagsüber in einem hellen Wohnzimmer laufen soll, ist ein anderes Gerät meist die passendere Wahl.
Der Stromverbrauch fällt ins Gewicht
Der Verbrauch hängt vom Modell ab. Auch Bildinhalt und Einstellung beeinflussen ihn. Bei einem 55-Zoll-Plasma von Panasonic aus dem Jahr 2013 maß PC-WELT je nach Helligkeit und Einstellung etwa 150 bis 350 Watt. Der angegebene Verbrauch im Betrieb lag bei 250 Watt. Helle Bildinhalte und bestimmte Einstellungen erhöhten den Verbrauch.
Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 250 Watt und vier Stunden Betrieb pro Tag ergibt die Rechnung 250 Watt × 4 Stunden × 365 Tage einen Jahresverbrauch von rund 365 Kilowattstunden. Ihre Stromkosten berechnen Sie, indem Sie diesen Jahresverbrauch mit Ihrem Preis pro Kilowattstunde multiplizieren. Der tatsächliche Verbrauch Ihres Geräts kann davon abweichen.
Einzelne Werte aus Tests lassen sich nicht ohne Weiteres mit den Angaben eines aktuellen Fernsehers vergleichen. Geräte, Messbedingungen und Bildinhalte sind unterschiedlich. Für eine Kaufentscheidung hilft deshalb ein Blick auf den Verbrauch des konkreten Plasma-Modells. Wer den Fernseher täglich lange nutzt, sollte diesen Punkt besonders stark gewichten.
Für wen sich ein Plasma-Fernseher lohnt
Ein gebrauchtes Plasma-Gerät passt am ehesten zu Ihnen, wenn Sie gezielt ein bestimmtes spätes Modell suchen, überwiegend abends Filme schauen und den Fernseher vor dem Kauf testen können. Reicht Ihnen Full HD, können Sie fehlende Streaming-Funktionen mit einem separaten Gerät zum Streamen ergänzen.
Im täglichen Gebrauch kann der Stromverbrauch hoch sein. Vielen Geräten fehlen 4K und HDR; aktuelle Smart-TV-Funktionen sind ebenfalls nicht zu erwarten. Wenn Ihnen eine neue Herstellergarantie oder eine verlässliche Ersatzteilversorgung wichtig ist, sollten Sie beim Kauf eines älteren Gebrauchtgeräts vorsichtig sein.