Bei einem günstigen Fernseher kommt es darauf an, wie hell Ihr Wohnzimmer ist, wie weit Sie vom Bildschirm entfernt sitzen und ob Sie allein oder mit mehreren Personen fernsehen. Wenn der Fernseher helle und dunkle Bildbereiche gut unterscheidet, bei Tageslicht hell genug ist und Bewegungen klar darstellt, liefert auch ein günstiges Gerät ein gutes Bild.
4K-Logos (für 3840 × 2160 Bildpunkte) und HDR-Logos (für Bilder mit größerem Helligkeits- und Kontrastumfang) sowie hohe Hertz-Angaben sagen wenig darüber aus, wie gut der Fernseher dunkle Szenen, Tageslicht und schnelle Bewegungen darstellt.
Raum und Sitzplatz festlegen
In einem hellen Wohnzimmer sollte der Fernseher hell genug sein und möglichst wenig Licht spiegeln. Abends kommt es besonders darauf an, wie dunkel er Schwarz darstellen kann und wie deutlich er helle und dunkle Bildbereiche voneinander absetzt. Schauen mehrere Personen von verschiedenen Plätzen aus, sollte das Bild auch von der Seite gut zu sehen sein.
Stiftung Warentest nennt als grobe Orientierung einen Sitzabstand von etwa dem 2,5-Fachen der Bildschirmdiagonale. Das ist kein fester Wert: Auch Auflösung und Bildqualität beeinflussen, wie nah Sie bequem sitzen können. Messen Sie den Abstand zwischen Fernseher und Sitzplatz, bevor Sie eine Bildschirmgröße auswählen.
Kontrast und Schwarz vergleichen
Kontrast beschreibt, wie deutlich sich helle und dunkle Bildbereiche unterscheiden. Bei LCD-Fernsehern leuchtet eine Hintergrundbeleuchtung durch die Bildpunkte. In dunklen Szenen kann Licht durchscheinen, sodass Schwarz eher grau wirkt. OLED-Fernseher steuern jeden Bildpunkt einzeln an und können Pixel ausschalten, wodurch sie sehr dunkles Schwarz darstellen.
OLED passt gut, wenn Sie häufig abends Filme mit dunklen Szenen sehen. OLED-Fernseher kosten im Durchschnitt mehr. Ein gutes LCD-Modell kann im direkten Vergleich trotzdem besser abschneiden als ein schwächeres OLED-Gerät. Sehen Sie sich deshalb unabhängige Tests des jeweiligen Modells an und entscheiden Sie nicht allein nach dem Displaytyp.
Manche LCD-Fernseher dimmen einzelne Bereiche der Hintergrundbeleuchtung gezielt. Diese lokale Dimmung kann den Kontrast verbessern. Wird sie ungleichmäßig oder zu stark eingesetzt, entstehen sichtbare helle Höfe um helle Objekte vor dunklem Hintergrund. Achten Sie in Tests darauf, wie gut der Fernseher solche Szenen darstellt.
Die Bezeichnung QLED sagt auch nichts darüber aus, wie gut ein Fernseher Schwarz darstellt. QLED-Fernseher nutzen LCD-Technik mit einer zusätzlichen Schicht, die Farben besser darstellt. Wie gut Kontrast und Schwarz sind, hängt weiterhin vom jeweiligen Modell ab.
Helligkeit und Spiegelungen prüfen
Bei Tageslicht muss der Bildschirm hell genug sein, damit Sie Details trotz des Umgebungslichts erkennen. Fenster und Lampen können sich zugleich auf dem Bildschirm spiegeln. Prüfen Sie deshalb, ob Sie bei hellem Raumlicht dunkle Details sehen und wie stark Spiegelungen von Lichtquellen stören.
Matte und glänzende Bildschirme gehen unterschiedlich mit Licht um. Glänzende Displays zeigen Spiegelungen oft scharf und deutlich. Matte Beschichtungen verteilen das Licht auf eine größere Fläche, können dunkle Bildbereiche dadurch aber weniger tief wirken lassen. Welche Oberfläche besser passt, hängt davon ab, wo Fenster und Lampen stehen.
Wenn Sie den Fernseher im Geschäft ansehen, lassen Sie sich sowohl die besonders hellen Vorführbilder als auch normale Fernsehbilder zeigen. Prüfen Sie an den Hauttönen, ob sie natürlich wirken, und ob Laufschriften gut lesbar sind. Achten Sie auch darauf, ob in dunklen Bereichen Details erkennbar sind. Sehen Sie sich das Gerät nach Möglichkeit bei gedämpftem Licht und von der Seite an.
4K und HDR richtig einordnen
UHD, meist 4K genannt, hat eine Auflösung von 3840 × 2160 Bildpunkten. Das sind viermal so viele Bildpunkte wie bei Full HD. Bei mittelgroßen und großen Fernsehern ist 4K sinnvoll, doch die Auflösung allein bestimmt die Bildqualität nicht. Neben der Auflösung beeinflussen Kontrast und Farben das Bild. Auch Helligkeit und die Verarbeitung des Bildsignals spielen eine Rolle.
Fernsehprogramme werden nicht alle in UHD ausgestrahlt. Streamingdienste bieten UHD-Inhalte an, aber das Angebot unterscheidet sich je nach Dienst. Für UHD-Streaming brauchen Sie außerdem eine ausreichend schnelle Internetverbindung. Wenn Sie vor allem klassisches Fernsehen schauen, achten Sie in Tests auch darauf, wie gut der Fernseher HD- und TV-Signale darstellt.
HDR steht für Bilder mit größerem Helligkeits- und Kontrastumfang. Ein HDR-Logo bedeutet, dass der Fernseher solche Bildsignale unterstützt. Es verrät aber nicht, wie hell der Bildschirm wird oder wie gut HDR-Inhalte aussehen. Ein Fernseher mit geringer Helligkeit zeigt HDR-Bilder vergleichsweise dunkel. Beurteilen Sie HDR deshalb auch anhand unabhängiger Messungen zur Helligkeit und Bildqualität.
Bewegungen und Bildmodus beurteilen
Bei Sport, Actionfilmen und Spielen kommt es darauf an, ob sich bewegende Objekte scharf bleiben. Die Bildwiederholrate gibt an, wie viele Bilder der Fernseher pro Sekunde anzeigen kann. Sie wird in Hertz angegeben. Laut Verbraucherzentrale reichen 100 Hz für eine gute Bildqualität aus. Hohe Werbeangaben wie 200 oder 600 Hz bringen nicht automatisch einen sichtbaren Vorteil.
Achten Sie in Tests auf Angaben dazu, wie stark bewegte Bilder verschwimmen. Prüfen Sie im Geschäft Laufschriften oder schnelle Kameraschwenks. Wenn Sie vor allem Nachrichten und Serien schauen, sind ein ausgewogenes Bild und natürliche Farben wichtiger.
Auch der Bildmodus verändert das Bild. In den Werkseinstellungen wirken Farben manchmal zu kräftig oder das Bild zu scharf. Ein Film- oder Filmmaker-Modus ist oft ein guter Startpunkt für ein natürlicheres Bild. Passen Sie Helligkeit und Bildmodus danach an die Beleuchtung Ihres Wohnzimmers an.
Unabhängige Tests nutzen
Vergleichen Sie konkrete Modelle nach ihrer Bildqualität; Marken und Technikbegriffe allein zeigen nicht, wie gut ein Gerät abschneidet. Ein Test sollte möglichst verschiedene Bildsignale prüfen, zum Beispiel TV-Programme, HD über HDMI und UHD mit HDR. Achten Sie auch darauf, ob der Test Helligkeit, Spiegelungen, den Blickwinkel und Bewegungen einzeln bewertet.
Das Gesamturteil berücksichtigt oft auch Ton, Bedienung und Stromverbrauch. Bei der Stiftung Warentest zählt die Bildqualität 45 Prozent zum Gesamturteil. Wenn Ihnen das Bild besonders wichtig ist, prüfen Sie deshalb die einzelnen Bildbewertungen und nicht nur die Gesamtnote.