Spätrömische Dekadenz

Dekadenz der Spätrömer

"Wer den Menschen mühelosen Wohlstand verspricht, lädt zur spätromanischen Dekadenz ein." Der wahre Grund für den Untergang von Rom ist. FDP-Chef Westerwelle nannte die " spätrömische Dekadenz " im Hinblick auf seine Ideen über Hartz IV-Empfänger. Was war es wirklich im spätantiken Rom? Das Ende des Kaiserreichs hatte viele Gründe.

Dann wanderten andere Stämme nach West und Süd und drangen wieder in das Kaiserreich ein. Ab 395 wurde das Kaiserreich in West- und Ost-Rom aufgeteilt, die sich als ein Kaiserreich verstand, aber von zwei Königen regiert wurde.

Sie hatte wohlhabende Provenienzen, vor allem "Afrika", zerstört, konnte daher nicht mehr genügend Soldaten halten und musste mehr "Foederati", Hilfsstreitkräfte aus den romanischen Germanenstämmen, einstellen. Sie waren bereits schwieriger zu beherrschen als die Römer im engen Sinn, waren nun geneigt, sich mit ihren Verwandten von außerhalb der Landesgrenzen zu verbrüdern und gründeten endlich ihre eigenen Imperien auf dem Territorium des Reiches.

In Italien haben sie im fünften Jh. die Macht übernommen - bisher das Ende von Rom im Schnellverkehr. Wo ist die Dekadenz? Da dank der Militärexpansion preiswerte Sklavinnen nach Italien gekommen sind, fehlte es an Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte. Indem die wetteifernden Politiklager die Allokation als Mittel der Macht benutzten, erhielten immer mehr Adressaten diese Unterstützung - deren Einleitung das Reich mehrere hundert Jahre durchlebte.

Jahrhunderts von Nicolas Boileau geprägt; Montesquieu und Edward Gibbon wandten ihn auf den Fall des römischen Imperiums an, mit dem er seitdem unauflöslich in Verbindung steht. In Rom wurde es immer größer und reicher - und dann ging etwas daneben. Fast ein Prozentpunkt der 50 bis 80 Mio. Menschen, die zur Zeit der Geburt Christi im römischen Kaiserreich wohnten, teilte den Wohlstand unter sich auf.

Das sind die Schöpfer der Wechselausstellung Luxury and Decadence. Offensichtlich tendierte die wohlhabende Oberschicht zu Ausschreitungen, die ihr Urteil vernebelten und die Bereitschaft Roms zur Selbstverteidigung schmälerten - obwohl man aufpassen müsse: "Wir müssen aufpassen!

Mw-headline" id=".C3.9Cberblick">Überblick[a class="mw-editsection-visualeditor" href="/w/index. php?title=set_der_R%C3%B6mischen_Reiches&veaction=edit&section=1" title="Abschnitt editieren: Übersicht">Bearbeiten | < Quelltext bearbeiten]

Das Ende des Kaiserreichs im Abendland ist ein viel diskutierter Gegenstand des Altertumsstudiums. Dabei geht es um die Ursachen für den schrittweisen Verfall des Westlichen Kaiserreichs, der mit der Deposition des Westlichen Romulus Augustulus im Jahr 476 (und dem von Östrom 480 erkannten Todesfall des letzen Kaiser Julius Nepos) endeten, wodurch sehr verschiedene Theorieansätze entwickelt wurden und werden.

Im Mittelpunkt steht dabei die Fragestellung, ob vor allem interne Einflussfaktoren (z.B. Strukturprobleme, vermeintliche Dekadenz, religiöse und gesellschaftliche Umwälzungen, Bürgerkriege) oder der Einfluss von externen Aggressoren (Germanen, Ungarn, Perser) auf die Entwicklungsarbeit zu nennen sind. Die Oströmische /Byzantinische Herrschaft überlebte den Zerfall der Weströmer. In der Geschichtsforschung am Ende des Römischen Reichs sind die Standpunkte, die in der Vergangenheit dargestellt wurden und werden, sehr unterschiedlich.

Dekadenz: Diese vor allem in der alten Wissenschaft und in publizistischen Veröffentlichungen weitverbreitete Auffassung geht davon aus, dass das Römische Imperium spätestenfalls seit dem dritten Jh. einem Prozess des (moralischen) Verfalls unterworfen war; auf lange Sicht hatten Macht und Reichtum zu einem Wertverlust gefuehrt, der die wirtschaftliche und militaerische Kraft des Kaiserreichs allmaehlich beeintraechtigte.

In letzter Zeit gab es eine wachsende Unterstützung für die Auffassung, dass das Ende Westroms weder durch eine gewaltfreie Umgestaltung noch durch externe Anschläge bedingt war, sondern eine Folge jahrzehntelanger Bürgerkriege, durch die die Macht und das Renommee der westromanischen Herrschaft so stark geschwächt waren, dass nach ihrem Zusammenbruch die Führer der (aktiven) ausländischen Söldnerarmeen (Foederati) endlich ihren Platz eingenommen und dortige Herrscher eingesetzt hatten.

Für Historiker und Wissenschaftler war es lange Zeit eine Selbstverständlichkeit, dass das Reich der Mitte in der Spätantike verfaulte und versank"; nur die Gründe waren in Zweifel. Gibbon postuliert in seinem Epochenwerk The History of the Decline and Fall of the Roman Empire bereits im XVIII. Jh., dass (westliches) Rom nicht durch externe Einflüsse, sondern durch innere Schwächen zerstört worden sei.

Dies hatte die antiken Mächte des Kaiserreichs abgeschwächt. Auch er folgte Montesquieus jahrzehntelanger Theorie, während seine Reflexionen über das Christentum Voltaires Vorstellungen folgten. Jahrhunderts wurden das christliche Denken und der äußere Einfluss der germanischen Völker auf das Imperium oft für den Untergang Roms verantwortlich gemacht (obwohl vor allem die deutschen und britischen Wissenschaftler dies nicht immer ablehnten).

Otto Seeck betrachtete die Spätantike noch immer als eine Zeit des Verfalls, während Henri Pirol die Deutschen nicht als Ursache für den Zerfall der spätantiken mediterranen Welt nannte, sondern nur den Angriff des Islams (siehe islamische Ausdehnung und Pirenne-Thesis). Alfred Rosenberg interpretierte die Neuantike auch als eine Zeit des Verfalls, aber nach der nationalsozialistischen Ideologie beschuldigte er einen vermeintlich zunehmenden Einfluß der orientalischen und semitischen Völker: Die Deutschen hatten das Okzident errettet, indem sie das durch die Rassenvermischung verfallene Römische Imperium eroberten und damit das "Chaos der Völker" beendete.

Auch wenn nicht alle Wissenschaftler der Ansicht waren, dass die innere Dekadenz am Ende von Rom wenigstens eine wichtige Rolle spielte, prägte die Idee der Dekadenz lange Zeit die Historie. Daher war es logisch, das Ende des westlichen Römischen Reiches nach diesem simplen Schema zu interpretieren. Damit sah Oswald Spengler auch in seinem Standardwerk Der Fall des Okzidents als grundlegendes Prinzip der Menschheitsgeschichte einen konjunkturellen Verlauf: Auf den Aufbau eines großen Reiches folgte dessen Ende.

In diesem Sinn wird die spätantike noch heute oft als Spiegel der eigenen Gesellschaftsordnung interpretiert, die auch mit Zerfallstendenzen behaftet ist. Max Weber und Hans Delbrück[5] führen den Niedergang des römischen Imperiums auf einen Wiedereintritt in die Naturwirtschaft zurück. Die Transformation des weitläufigen römischen Imperiums von einem maritimen Handelsstaat in einen Binnenstaat mit vorwiegend landwirtschaftlicher Grundbesiedlung und die Vorherrschaft der Großbauern, die ihre Latifundia von Knechten bebauen lassen, sowie die wachsende Verflechtung der kleinen Pächter (Doppelpunkte) mit dem Land führte zu einem Produktionsrückgang für den Ackerbau, zum Anstieg der Naturwirtschaft und zur immer stärkeren Unabhängigkeit der Ländereien.

Die Widersprüchlichkeit zwischen der zunehmenden Wichtigkeit der Naturwirtschaft, die mit der hohen Belastung durch die Verbringung der Waren an den Einsatzort einherging, und dem Transportbedarf eines überdimensionalen Weltreiches, das von der Währungswirtschaft abhängig war, hat zur Zersplitterung in spezielle Territorien beigetragen, wie Weber bereits in der Einführung und im letzten Kapitel der rätoromanischen Ackerbaugeschichte nach Karl Rodbertus betonte.

7 ] Diese Trennung von Sondergebieten vom zentralen Staat ist laut Devbrück vor allem auf die Verdeutschung des rh. war. Der Volksmund, dass die "spätrömische Dekadenz" zum Ende des Reiches führte, wurde seit Dekadenz von der großen Mehrzahl der Historiker nicht mehr wiedergegeben. Heutzutage wird die Spätaktike, in deren Periode (etwa 300 bis 600) der Sturz Roms stattfand, viel ausgeprägter interpretiert als zum Beispiel noch von Otto Seeck.

In der Fachwelt gilt die seit langem so dominierende Dekadentheorie heute als weitestgehend überholt, zumal viele jüngere Werke die Lebenskraft der Zeit unterstreichen, obwohl sich die Schwerpunkte verändert haben (z.B. im Kulturbereich). Zwar ist ab etwa 550 (d.h. erst am Ende der Spätantike) ein ernsthafter Bildungsrückgang zu beobachten (zuerst im Abendland, dann im Osten), aber es ist wahrscheinlich korrekter und naturwissenschaftlich ertragreicher, von Zerfall und Niedergang zu reden und nicht von Verwandlung.

Die derzeitige Mehrheit in der Wissenschaft wurde jedoch in den vergangenen Jahren von einigen Wissenschaftlern attackiert (z.B. Ward-Perkins 2005). Ganz im Gegensatz dazu war die Neuantike keine eingefrorene Zeit, sondern eine Zeit des Aufruhrs und der oft ununterbrochenen ökonomischen Lebenskraft, vor allem - aber zunächst nicht nur - im Osten,[9] auch wenn einige Gebiete einen Bevölke-rungsrückgang erlitten haben mögen.

Dasselbe gilt für den abwertenden Begriff Dominat, der mehr mit der Einstellung einiger liberal orientierter Geschichtsschreiber des neunzehnten Jahrhunderts übereinstimmt (wie Theodor Mommsen), die im späten Römischen Kaiserreich eine militärische Diktatur oder einen Despotismus sahen. Während der spätromanischen Zeit war die normale Streitmacht oft nicht mehr in der Lage, den Grenzschutz, insbesondere im westlichen Teil, wirksam zu gewährleisten.

Jüngere Forschungen betonen daher die Finanzprobleme des Imperiums: Aufgrund seiner wirtschaftlichen Macht und der weitestgehend ruhigen Innenverhältnisse, die seinen Gesamtaufgaben genügen konnten, konnte Östrom im fünften und sechsten Jh. eine Streitmacht unterbringen. Dies war im westlichen Raum nach 400 immer weniger der so genannte Vorfall, vor allem, weil die Bundesregierung angesichts der anhaltenden Turbulenzen nach und nach die Herrschaft über wesentliche Teile des Reichs verlor.

Der Mord an dem westromanischen General Flavius Aëtius im Jahr 454, der (nicht uneigennützig) mit seinen Streitkräften die Macht von Ravenna in Italien, großen Teilen Galliens sowie in Katalonien und Dalmatien beibehalten hatte, wird als eine Art Caesura angesehen. Darüber hinaus konnte Justinian den Römerheitsanspruch im Abendland noch militarisch durchsetzen - jedenfalls zum Teil und für eine beschränkte Zeit.

Lediglich die muslimische Erweiterung, die die Kaiserstämme in Konstantinopel für alle Zeiten daran gehindert hatte, im westlichen Teil einen effektiven Einflussbereich zu entfalten, führte zum Untergang des römischen Imperiums. Zum Sturz des Westreichs trug sicher auch ein gewisses systemisches Defizit in der Administration und in der Streitmacht bei, das aber auch den erfolgreicher gewordenen Ostteil grundlegend betraf, so dass sie als Begründung nicht ausreichend sind.

An dieser Stelle kommt der (umstrittene) erklärende Ansatz von Wissenschaftlern wie Peter J. Heather ins Spiel: Jahrhunderts war das Reich der Sassaniden mit einem gefährlichen Rivalen konfrontiert, der im Gegensatz zu früher ständig die Ausübung aller Streitkräfte gefordert hatte; als mit dem Erscheinen der Ungarn und dem daraus resultierenden beginnenden Zustrom großer Volksbewegungen der Anpressdruck auf die nördliche Grenze der Römer immer stärker wurde, sagte Heather, war das westliche Reich immerhin überlastet.

Wahrscheinlich hatte der Abendland nicht die Bevölkerungszahl und die große Wirtschaftsmacht des Ostreiches, und seine Bundesländer waren anfälliger als die des Abendlandes (siehe auch den Rheinkreuzung von 406) - außerdem ist es dem westromanischen Bundesstaat (wie Heather 2005 und Jones 1964) scheinbar immer weniger gelungen, auf das teilweise noch enorme private Vermögen der reich gewordenen Sinnesorgane zurückzugreifen oder genügend Einwohner des Reiches für den Wehrdienst einzustellen.

Nur eines ist sicher: Rom lebt kulturhistorisch weiter, das griechische Ostimperium existiert bis 1453 - und die Spätantike, die für einen Teil der Menschheit so katastrophal ist wie bestimmte Geschehnisse, spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des zukünftigen Europas und aktiviert auch Dynamik. Historie des spätromanischen Imperiums. Karl-Jesus (Hrsg.): Der Fall des rhmt.

Wissenschaftsbuchgesellschaft, Darmstadt 1986. Alexander Demandt: Historie der späten Antike. Beck, München 1998, ISBN 3-406-44107-6, S. 445-447 Alexander Demandt: Den Untergang Roms. Beck, München 1984, ISBN 3-406-09598-4 (lesenswert, ausführliche Beschreibung der verschiedenen Erklärungsmuster für den "Fall Rom"). Die Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0521-435437 (Halsall betrachtet hauptsächlich interne Einflussfaktoren als entscheidend für die Entwicklung und geht davon aus, dass es der Zusammenbruch des Westreichs war, der die Veränderungen der Völker verursacht hat, nicht umgekehrt).

Hrsg. Henriette Harich-Schwarzbauer, Karla Pollmann (Hrsg.): Der Niedergang von Rom und seine Auferstehungen in der Altertumswelt und im Mittlerzeitalter. Die Gruyter, Berlin/Boston 2013, Peter J. Heather: La chute de l'Empire romain. Die Oxford University Press, New York 2005, ISBN 0-19-515954-3 (Heather betrachtet das Erscheinen der Ungarn und anderer externer Gegner als den Anlass für das Ende von Rom:

Die Hunnen und das Ende des Römischen Reichs in Westeuropa: Peter J. Heather. Arno Hugh Martin Martin Martin Jones: L'Empire romain postérieur 284-602, eine soziale, wirtschaftliche und verwaltungstechnische Umfrage. Zweibändig, Baltimore 1986 (Nachdruck der Auflage in dreibändig, Oxford 1964), insbesondere Bd. 2, S. 1025-1027 (wichtiges und ausführliches Standardwerk über die Struktur des spätromanischen Imperiums, wenn auch teilweise veraltet und für den Laie schwierig zu lesen).

Kohlammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018940-9, Bryan Ward-Perkins: Der Fall Roms und das Ende der Zivilisation. Die Oxford University Press, Oxford 2005; ND 2006, ISBN 978-0-19-280728-1 (Presentation of the End of the Western Roman Empire, die diesen Vorgang im Unterschied zu Walter Goffart als einen Brutalschnitt durch externe Aggressoren begreift. Station-Perkins unterstreicht, basierend auf archeologischen Beweisen, dass es sich nicht um eine reine Verwandlung handelte, sondern um einen Untergang und Zerfall, der durch " Barbaren angriffe " ausgelöst wurde).

Ende der Römerzeit nach dem Verständnis der Neuzeit. Highspringen ? Bryan Ward-Perkins: Der Fall Roms und das Ende der Zivilisation. Das ist Oxford 2005. ? Guy Halsall: Barbarische Migrationen und der römische Westen. Max Weber: Die gesellschaftlichen Ursachen des Niedergangs der alten Zeit.

Höchstspringen 2011 Romantische Landwirtschaftsgeschichte in ihrer volks- und privatrechtlichen Relevanz (1891), in: MWG, I/2, S. 101, 391. 2010. 11, S. 101, 391. 11, 13, 291. 11, 29, 2991 Fl. Hochsprung Nachfrage, Spätantike, S. 453. Hochsprung Jones, LRE, Bd. 2, S. 1038-1040. Hochsprung Nachfrage, Spätantike, S. 454. Hochsprung Jones, LRE, Bd. 2, S. 1063-1064. Hochsprung, S. 1063-1064. Hochsprung und S. 100.

Les Barbares et la chute de Rome. Hochsprung Nachfrage, Spätantike, S. 471; Heidekraut, Fall des Römischen Reiches, passen. High Jump Jones, LRE, Bd. 2, S. 1038. High Jump 2011 Cf. über diesen (rechthaberischen) Goffart, Barbaren und Römer. Hochsprung ? Besonders W. Goffart. Andererseits s. Heide und Stationsperkins; Heide unterstreicht unter anderem die Bedeutung der Jagdpferde, deren Attacken er im Sinn der alten Forschungen für ausschlaggebend erachtet.

Hochsprung ? Joseph A. Tainter: Kambridge 1988. Höhespringen 2011 Siehe generell, zur Beurteilung der spätantiken Zeit in der jüngeren Forschungsarbeit, die gegenwärtigen BeitrÃ?ge in Philip Rousseau (Hrsg.): A Companion To Latate Antiquity. Rene Pfeilschifter: Die Spaetantike gibt auch einen englischsprachigen ueberblick.

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