Saba Fernseher Modelle: Die Saba Fernsehmodelle

Die Wumpus-Welt der Funkgeräte: Freiburger Automatikmodelle, Jahrzehnteliste. Eine Art kleine Modellübersicht. Alte TV-Marke SABA !!!

SABA ; Hersteller von Fertigerzeugnissen aus den Städten Mannheim, Modelltypen aus Deutschland

Geschichte: Aus dem Radiokatalog Band 1: Wolfgang Menzels Werk „SABA, die Production von 1924-1949″[506] ist seit 1995 erhältlich. Eindrucksvoll dokumentiert Hermann Brunner-Schwer die Unternehmensgeschichte im Werk „SABA, Balance a task“[481]. Als einer der beiden Kinder der einzigsten Tochtergesellschaft der Hermann Schwer Gruppe ist er einer der beiden Nachkommen. Es ist jedem an der deutschen Rundfunkgeschichte interessierten Lesern zu empfehl.

1973 schrieb Sissi Hörzinger an der Regensburger Uni eine Abschlussarbeit über die Produktepolitik von SABA[497]. Das Familienunternehmen SABA geht auf die 1835 von Joseph Benedikt Schwer gegründete Uhrenmanufaktur in Triberg für sogenannte „Jockele-Uhren“ zurück. Im Jahr 1864 trat sein Schwiegersohn August Schwer als ausgebildeter Uhrenmacher in das Unternehmen ein und nannte 1865 die Firma August Schwer Röhner Metallwaren-Fabrik.

Herrmann Schwer (gel. Uhrmacher), der Sohn des Unternehmensgründers, führt seit 1905 im Jahr 27 Jahre alt das Geschäft mit 20 Mitabeitern. Hermann Schwer erhielt auf einer Fahrt nach Zürich im Frühling 1923 den ausschlaggebenden Impuls: Im Atelier von Telefunken hörte er eine musikalische Sendung, die vom Eiffelturm in Paris über ein Detektionsgerät übertragen wurde.

Das Unternehmen bewirbt seine Erzeugnisse mit den ersten vier Buchstaben des Firmennamens: SABA. Seit 1926 vertreibt SABA aus den USA vorgefertigte Bausätze mit Browing-Drake-Aufbau. 1927 bekommt das Unternehmen die Baugenehmigung und vertreibt nun auch gebrauchsfertige Funkgeräte – darunter einKW-Audion. Ein Werbeschild von 1927 in Japan belegt, dass SABA schon früh an den Weltexport gedacht hat.

Im Jahr 1929 engagierte die SABA „einen begabten Dipl.-Ing. „[481-21] aus der Schweiz, Eugen Leuthold. Unter der Typbezeichnung (S)35 entwickelte er ein Gerät, das auf der Leipzigischen Frühlingsmesse 1931 wegen seines großen Erfolgs den Spitznamen „Sieger“ erhielt. Mehr als 100.000 dieser Bauelemente verkaufte das Unternehmen bis Ende des Jahres mit einem für Deutschland innovativen Schaltungenkonzept eines Rückführungsanodengleichrichters mit Kathodenrückführung.

Bei SABA wird ein dynamisch arbeitendes Lautsprecher-System nach den Patente von Rice-Kellog, USA[1-61+103] eingesetzt. Die Leuthold-Baureihe S41 ( „31W, 44, T44“) präsentiert 1931 die erste automatisierte Schwindungskompensation (AGC, automatic. gain control) auf dem deutschsprachigen Gebrauch. SABA wird ab diesem Jahr ein Servicehandbuch mit Reparaturanleitungen für jede neue Baureihe zur Verfügung stellen.

Im Jahr 1932 kann die SABA die Investition für ein Hauptwerksgebäude und verschiedene Hilfsgebäude aus den Erträgen mit den Typen B35 und Nachfolger geplant und in den Jahren 1932/33 und 1934/35 realisier. Mittlerweile beläuft sich der Jahresumsatz auf 11,4 Millionen RM; SABA unterstreicht die „Schwarzwälder Präzision“ und beschaeftigt rund 500 Mittarbeiter. In den entscheidenden Sendejahren 1932 bis 1935 erreichte die SABA einen Weltmarktanteil von rund 10% (1932: 12,3%) und lag damit kurz vor der Ortschaft mit 12 bis 17% auf dem zweiten Platz hinter der Ortschaft Fernfunken.

Im Jahr 1936 verstarb Hermann Schwer und seine Ehefrau Johanna wurde Universalerbin, allerdings mit unterschiedlichen Regelungen, unter anderem, dass die beiden Enkelkinder Hansjörg (1927) und Hermann Brunner-Schwer (1929) am 3.10.54 die Nachfolge antraten. Die Margarethe Brunner-Schwer, die alleinige Töchterin, wird vom Testator ausgelassen. Johann Schwer beruft den technischen Geschäftsführer Josef Fricker zur Geschäftsführerin.

Laut Kundendiensthandbuch existiert der in „LSf“ erwähnte 241GW 1936 nicht (aber GWL), ebenso wenig wie ein 441WLK (nur WL). Anstelle von Differenzkondensatoren setzt das Unternehmen nun einen steuerbaren Triple-Band-Filter sowie eine NF-Rückführung ein und präsentiert seinen letzen geraden Empfänger. Im Jahr 1939 expandiert SABA im Namen der Wehrmacht das Unternehmen und 1940 beläuft sich die Produktion auf 88%. Am 10.10.43 verstirbt Johanna Schwer. 1944 ist der Jahresumsatz von 19 Millionen RM noch höher als vor dem Krieg; Friedrich wird durch Ernst Scherb mitgenommen.

Eine wichtige zivile Vorrichtung von 1941-44 ist das „Auslagerungs-Modell“ 208U mit der Bezeichnung SABA 500ZGW (aber nach[506] keine Eigenproduktion) von Philips übernommen. Es dauerte bis Ende 1945, bis SABA einen Spielwarenkran, Tablettenrohre und andere Kleinteile produzieren konnte, und dann erhielt das Unternehmen eine Quote für die Fertigung von Telefongeräten. Eugen Leuthold, der während des Krieges in die Schweiz zurückgekehrt ist, erklärt sich bereit, an die Sauter, Bachmann AG zurückzukehren, wenn sie die Genehmigung zur Produktion von Funkgeräten erlangt.

In[ FT4601+02] werden die Vorkriegseinheiten 582WK, WKRO und S461GWK-AM genannt, aber gemäß[481] SABA konnte sie diese erst Ende 1947 herstellen, was ebenfalls von[506] durchgeführt wurde. Ende 1947 wurde die SABA von den zuständigen Stellen der Republik mit der Herstellung von Funkgeräten ausschließlich für Mitglieder der französichen Okkupationsarmee beauftragt. Allerdings geben die Franzosen implizit zu, dass die SABA Vorrichtungen für Ausgleichstransaktionen abspaltet.

Dabei sind die Vorrichtungen nahezu baugleich mit der Vorkriegsreihe[481-190]. SABA-Anlagen verkaufen sich wie warme Semmeln; der Jahresumsatz liegt bei über 21 Millionen Mark und das Unternehmen hat wie vor dem Zweiten Weltkrieg rund 1000 Beschäftigte. Aufgrund des Ablaufs der Patente für Elektrolux (Schweden) startete SABA 1950 ein Kühlgeräteprogramm, aber es gab beträchtliche Schwierigkeiten und wenig Synergien, aber Einbußen.

Gemäss [497] liegt die SABA beim Anteil der in Verkehr gebrachten Funkgeräte hinter Grundig (27%), Nord-Mende (12) und möglicherweise Loewe-Opta (11) auf dem dritten/vierten Rang. Eintritt von Hermann Brunner-Schwer in das Unternehmen. Seit der Spielzeit 1954/55 (Typen Freiburg und Bodensee) führte SABA wieder Apparate mit Sendersuche und automatischem Scharfeinstellung ein, die größtenteils mit einer Funkfernbedienung ausgestattet sein konnten[638754].

In[ 638754] werden die Modelle vorgestellt und in einer tabellarischen Darstellung zusammengefaßt. Im Jahr 1956 startet das neue Unternehmen „Plant 3“ in Friedrichshafen mit der Herstellung eigener Tonbandgeräte (Sabafon). Es dauerte bis 1957, bis die SABA das „Kühlgerätegeschäft“ mit großen Schäden aufgab und begann, SABA-TV in den zur Verfügung stehenden Räumen zu produzieren. Allerdings steht SABA in einem harten Wettbewerb und kann die jahrelange hohe Kundennachfrage nicht ausnutzen.

Mit dem 125-jährigen Jubiläum des Unternehmens im Okt. 1960, d.h. am 1.1. 61, übernahm Hermann Brunner-Schwer die Geschäftsführung. Nach[ 497] traten die Gebrüder Brunner-Schwer jedoch 1955 in die Geschäftsführung ein. Jetzt fangen die Kaufhäuser jedoch an, günstige Fernseher zu verkaufen, weil Königing Neckermann beliefert und das Wettbewerbskartell ausbricht. Eine enge Verbindung zwischen Großhändlern und SABA und der Kauf von Saba-Geräten aus Kaufhäusern bei gleichzeitiger Liefersperre für Verkäufer, die sich nicht an die Vereinbarungen halten, ist die gelungene Lösung.

Einen zufällig gefundenen Nebeneffekt konnte die SABA 1961 ausnutzen, indem sie mit einem eigens gerillten Kunststoff unter dem Slogan „Sabavision“ ein „leitungsfreies Fernsehen“ anbot, das zunächst vom Patentschutz unnachahmlich blieb. Mit 4500 Mitarbeitern ist SABA einer der bedeutendsten TV-Anbieter. Die SABA kann so ihren Jahresumsatz von 118 Mio. auf 155 Mio. DEM im Jahr 1965 erhöhen, aber Schwarz-Weiß-TV wird immer schwerer zu verkaufen, obwohl sie nach Nord-Mende die Nr. 2 ist.

Die Exportquote von SABA betrug zur Jahresmitte der 1960er Jahre etwa 15%. Die SABA hat aufgrund von fehlerhaft dimensionierten Montagen mit technischen Problemen zu kämpfen. Grundsätzlich will Grundig einen Anteil von 50% an der SABA und damit die Firma Telesfunken im Rennen behalten! Die SABA hat am 20. Januar 68 eine Beteiligungsvereinbarung mit der GTE (85 %) in den USA (mit dem belgischen Sylvania-Bildröhrenwerk) abgeschlossen, die die Firmeninhaber vertraulich verhandeln konnten.

Im Jahr 1972 rangierte die SABA im heimischen Rundfunk-, Fernseh- und Tonbandbereich auf dem vierten Rang nach Grundig (14,7%), Telefunken (13,3%) und Philips (12,5%) sowie der Firma Nordende (je 9,3%). Bei SABA geht viel Zeit verloren, um zu beweisen, dass es sich um die Bild-Röhren und nicht um die Geräte handelt. Darüber hinaus wird es ein eigenes Intrigenspiel geben und Hermann Mössner – von H. Brunner-Schwer der GTE zunächst vorgeschlagen – wird die Geschäftsführung der SABA übernehmen.

Im Jahr 1980 veräußert GTE sein Unterhaltungselektronikgeschäft, einschließlich SABA, an den französichen Konzernverbund Thomson-Brandt. Nach der Übernahme von Telecomfunken durch Thomson ließen sie es dort herstellen; SABA existierte dann nur noch als Vertriebsfirma und Marke.

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