Plasma Fernseher

Trotz guter Technologie: Keine Zukunft für Plasma-Fernseher

Plasma-Fernseher sind seit rund zwanzig Jahren marktreif und traten seinerzeit in Konkurrenz zur LCD-Technik. Obwohl die Technologie der PDP, die gängige Abkürzung für die englische Bezeichnung Plasma Display Panel, einige unbestreitbare Vorteile bietet, konnte sie sich am Markt nicht durchsetzen. Gasentladung und Leuchtstoffe Der Anstoß zur Entwicklung von Plasma-Bildschirmen stammt nicht aus der TV-Welt, sondern von den Computern. Anders als Röhrenmonitore können PDP unmittelbar digital angesteuert werden. Deshalb leuchtete das erste Plasma vor mehr als fünfzig Jahren im Bildschirm eines Großrechners.

Hier waren zudem der geringere Platzbedarf gegenüber der großen räumlichen Tiefe eines Röhrenmonitors sowie die längere Lebensdauer der Plasmatechnik entscheidende Argumente. Die höheren Kosten wurden dadurch teilweise kompensiert, fielen bei den enormen Investitionen für Computer an Universitäten aber ohnehin nicht ins Gewicht. Während am Computer damals monochrome Displays ausreichten, bedeutet ein Plasma-Fernseher auf jeden Fall die Darstellung nahezu beliebiger Farben. Erreicht wird dies durch verschiedene Leuchtstoffe, die durch Gasentladung angeregt werden. Die chemische Zusammensetzung des Leuchtstoffs entscheidet dabei über die Farbe. Wie bei Röhren und LCD reichen die Grundfarben Rot, Blau und Grün, um daraus alle anderen Farben bis hin zum weißen Licht zu erzeugen.

Marktreif zu Olympia 1998

Fernseher-Kaufberatung

Während die Röhrenmonitore auf dem Rückzug waren, gab es über Jahre hinweg einen Wettlauf zwischen LCD- und Plasma-Fernseher. Röhrengeräte waren allein schon deshalb out, weil ein Glaskolben nur bis zu einer gewissen Größe stabil gebaut werden kann. LCD, also Flüssigkristallanzeigen, waren ab etwa 42 Zoll Bildschirmdiagonale eine sinnvolle Alternative. Allerdings haben sie einige systembedingte Nachteile. So ist zum Beispiel der Betrachtungswinkel für ein helles, kontrastreiches Bild recht begrenzt. Ein Spielfilm lässt sich vom Zweisitzer-Sofa aus hervorragend genießen, Fußballgucken mit den Kumpels im Halbkreis um das LCD-TV wird dagegen nicht funktionieren. Hinzu kommt eine recht lange Reaktionszeit der verbauten Elektronik, was bei schnellen Bewegungen zu störenden Spuren und Geisterbildern führt. Und schließlich gibt es noch ein Problem mit der Fertigungsqualität: Unter den Millionen für ein LCD-Display benötigter Transistoren sind auch eine oder mehrere „Nieten“. Deswegen wird aber nicht gleich der ganze Bildschirm weggeworfen – ein paar defekte (ständig helle oder dunkle) Pixel muss der Kunde je nach Qualitätsstufe akzeptieren. Die Konkurrenz in Form des Plasma-Bildschirms war erstmals 1997 am Start, zu den Olympischen Winterspielen 1998 im japanischen Nagano gab es den kommerziellen Durchbruch.

Der Siegeszug vom OLED

Die große Zeit der großen Bildschirme währte aber nur rund 15 Jahre. Hohe Herstellungskosten – und damit hohe Preise für Plasma-Fernseher – sowie deren Energiehunger waren zwei wesentliche Gründe, die den Niedergang der PDP-Technik beschleunigt haben. Bereits 2014 stellten die großen Hersteller Panasonic, LG und Samsung die Produktion ein. Das Bessere ist der Feind des Guten: Die OLED-Technik vereint die Vorteile von Plasma und LCD. Die organische LED (Organic Light Emitting Diode) wird seit 2011 in Smartphones eingesetzt. Beim Fernseher wird jedes einzelne Element separat angesteuert, was zu einem kontrastreichen Bild mit natürlichen Farben führt – und das um den Faktor tausend schneller als bei LCD.

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