Löwe Fernseher 2015

Lion Fernsehen 2015

In Kronach werden alle Loewe Fernseher montiert, ein Teil der Software wird selbst entwickelt. Tabletts als Wettbewerber: "Loewe TVs haben auch Anwendungen und Browser". Mit mehr als 1000 Mitarbeitern fertigt die Firma am Standort Kronach/Franken Fernseher "Made in Germany". Aber Löwe-Chef Oliver Sidl streitet sich. Jetzt sollten Audioausrüstung und kleine Fernseher ausreichen.

Auch für das Netz und die mobilen Endgeräte wie Tabletts hat er große Hoffnungen. Sehr geehrter Kollege Sidl, die Konsumenten in Deutschland gaben in diesem Jahr fünf Prozentpunkte weniger für Consumer Electronics aus.

Olivier Seidl: Der Absatzmarkt wird weiter zulegen. Sidl: Sicher werden wir nicht mehr die Steigerungsraten der vergangenen Jahre erwirtschaften. Loewe hat aber auch in den letzten Jahren bewiesen, dass wir in einem gesättigten Marktsegment gut durchkommen. Seit Jahren werden Fernseher immer günstiger. Sidl: Im vergangenen Jahr fielen die Kurse um durchschnittlich fünf Prozentpunkte, im vergangenen Jahr war der Preisrückgang sogar noch einmal so hoch.

Séidl: Wir müssen an die Grenzen dessen gestoßen sein, was möglich ist. Mit Umsatzeinbußen ist das Unternehmen in den roten Zahlen, obwohl in der Branche mehr Fernsehgeräte als je zuvor angeboten werden. Sidl: Wir spüren in der gesamten Branche eine Schwäche des Marktes. Zum ersten Mal seit Jahren ist der Marktrückgang eingetreten. Es wird jedoch erwartet, dass der Gesamtmarkt mit der International Consumer Electronics Fair und dem Jahresabschlussgeschäft wieder wachsen wird.

Sidl: In diesem Jahr werden wir wahrscheinlich den Vorjahresumsatz nicht ausweiten. Dies wird den Wettbewerb mit Sicherheit vorwärtsbringen. Sidl: Unsere neue Audio-Serie wird in diesem Jahr kommen. Darüber hinaus werden wir mit unseren Fernsehgeräten auch den Zweit- und Drittmittelmarkt in größerem Umfang abdecken. Sidl: Auf keinen Falle. Wir werden keinen VW haben Wir bedecken das gesamte Premium-Segment ausgezeichnet mit unseren Warenfamilien.

Sidl: Überhaupt nicht. Mit unseren neuen Angeboten wollen wir junge Einkäufer und andere Vertriebswege ansprechen. Zur Unterhaltungselektronik zählen auch Tabletts und Smart-Phones, die mittlerweile viele Funktionalitäten anderer Endgeräte durchlaufen. Séidl: Tabletts und Smart-Phones werden eine Erweiterung des Fernsehers sein. Heutzutage ist das Fernseher weitgehend unbeweglich.

Es wird kein Loewe Tablett gibt? Séidl: Es gibt sehr interessante Tabletten auf dem Produktmarkt, die wir integrieren werden. Wofür benötige ich einen Fernseher, wenn mein Tablett auch Videos abspielen kann? Séidl: Möchtest du einen Langfilm auf einem so kleinen Bildschirm anschauen? In Wirklichkeit betrachten wir die Komplementarität von Smart-Phones und Tabletts.

Sidl: Gar nicht. Mit unseren Fernsehgeräten können wir immer mehr von dem leisten, was die Tabletts zu bieten haben. Mit einer eigenen Technologieplattform will Google in diesen Bereich vordringen. Séidl: Google Fernseher wird von den Content-Anbietern und nicht von den Herstellern der Geräte verlangsamt. Sidl: Mit unseren großen Fernsehgeräten ist das schon alles. Die Fernsehhersteller haben die Fernsehanstalten in der vergangenen Zeit immer wieder aufgefordert, hochauflösende Fernsehprogramme zu offerieren.

Das dreidimensionale Fernseherlebnis dagegen ist kaum von Bedeutung. Séidl: Je grösser die Screens werden, umso mehr spielen 3D-Motive eine wichtige Funktion. Das Marktwachstum ist signifikant. Zum Jahresende wird fast unsere komplette Produktlinie der großformatigen Fernseher auf 3-D umgesetzt. Ab wann gibt es einen dreidimensionalen Fernseher ohne Brillen? Sidl: Es wird kommen und wir beschäftigen uns mit ihr.

Sharp ist seit 2004 einer Ihrer Anleger und ist heute der größte einzelne Aktionär. Sidl: Wir haben mit Sharp einen sehr zuverlässigen Ansprechpartner gewonnen und sind im ständigen Austausch. Hat sich Loewe dazu gezwungen, von Sharp Ersatzteile für die Fertigung zu beziehen? Wir haben in der vergangenen Zeit Paneele von Sharp bezogen, aber das ist im Moment weniger der fall.

Selbst für Sharp haben wir die Technik weiterentwickelt und Zulieferteile geliefert. Sidl: In viel geringerem Maße. Sidl: Natürlich sind wir immer auf der Suche nach dem Lieferanten, der uns die bestmögliche Technik zum besten Tarif anbieten kann. Insbesondere hier sind sehr gute Ausgangspunkte für eine vertiefte Zusammenarbeit mit Sharp zu erblicken. Séidl: Geographisch gesehen sind wir gut aufeinander abgestimmt, Sharp ist in Asien sehr gut, wir in Europa.

Sidl: Wir haben eine solide Gesellschafterstruktur. Scharfe halten fast 30 Prozentpunkte und das Kader 15 Prozentpunkte. Gibt es in fünf Jahren noch eine TV-Produktion in Kronach? Séidl: Ein wesentlicher Bestandteil unseres Markenwerts ist die ausschließliche Selbstständigkeit.

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