HD Fernsehen

HD-TV: Fernsehen in High Definition

Für das HD Fernsehen, das hochauflösende TV-Bild, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Normen. Gemeinsam ist ihnen, dass das HD (High Definition) TV-Bild aus mehr Linien besteht als beim SD (Standard Definition) Fernsehen. Das allein bedeutet aber nicht unbedingt ein besseres Bild. Neben der Auflösung spielt auch der darstellbare Kontrastumfang eine wichtige Rolle. Und ein HDTV-Fernseher nützt nichts, wenn die Programminhalte nach altem Standard ausgestrahlt werden.

Vertikale Auflösung etwa verdoppelt

Fernseher-Kaufberatung

In Europa wird das gewöhnliche Fernsehprogramm nach den Normen PAL (im Westen) und SECAM (im Osten) mit 576 Bildzeilen ausgestrahlt. In Nordamerika (NTSC) sind es sogar nur 480 Zeilen. Zunächst wurde die Bezeichnung HD Fernsehen für ein Format mit 720 Zeilen verwendet, heute versteht man darunter eine vertikale Auflösung von 1.080 Zeilen – etwa doppelt so viel wie das Standardfernsehen. Allerdings gibt es verschiedene Normen, die mit 1.080 Zeilen arbeiten. 1.080i steht für interlaced, ein Verfahren, bei dem bei einem Bildwechsel nur jede zweite Zeile neu aufgebaut wird. Typisch sind zum Beispiel sechzig Halbbilder pro Sekunde, also unter dem Strich dreißig Bilder pro Sekunde. Dieses Zeilensprung- oder Zwischenzeilenverfahren wird auch kurz mit 1.080i/30 beschrieben. Der Gegensatz ist 1.080p für progressive, ein Vollbildverfahren, bei dem stets das gesamte Bild neu berechnet wird. 1.080p/30 meint also dreißig Vollbilder pro Sekunde.

Die Zeilenzahl sagt nichts aus über das Bildformat

Zeitgleich mit der Einführung des HD Fernsehens wurde seitens der Gerätehersteller, aber auch im Programmangebote das Panorama-Format mit einem Seitenverhältnis von 16:9 eingeführt. Das im Vergleich zum klassischen 4:3 Format breitere Bild kommt dem menschlichen Gesichtsfeld entgegen und erlaubt die Ausstrahlung von Kinoproduktionen ohne oder zumindest mit schmaleren schwarzen Balken am oberen und unteren Bildrand. Dafür entstehen aber links und rechts Ränder, wenn alte Fernsehproduktionen gezeigt werden. Die TV-Geräte erlauben zwar ein Zoomen, sodass ein formatfüllendes Bild entsteht, aber die Verzerrungen sind kein Genuss. Entgegen einer verbreiteten Meinung hat das 16:9 Bild aber nichts mit HD Fernsehen zu tun. Zwar ist eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten ein gängiges Maß, das auch von Computermonitoren bekannt ist, aber das ist nicht zwingend für ein HDTV-Bild. In der Praxis werden übertragene Bilder sogar ins 4:3 Format gestaucht, sodass letztendlich nur 1.440 Pixel als horizontale Auflösung vorhanden sind.

Algorithmen sorgen für ein gutes Bild

Muss ein Standardbild auf die Auflösung eines HDTV-Geräts hochgerechnet werden, wirkt sich das negativ auf die Bildqualität aus – etwa so, wie wenn man von einem alten, niedrig aufgelösten Digitalfoto ein Poster machen lässt. Entweder wirkt das Bild verpixelt, oder – so beim Fernseher – verwaschen und unscharf, weil die fehlenden Pixel einfach interpoliert, also künstlich hinzugerechnet werden. Wichtig ist, dass sich die TV-Technik an der menschlichen Wahrnehmung orientiert. Zeilenflimmern, sogenannte Artefakte (Blöckchenbildung), Bildaussetzer und farbig schillernde Moiré-Muster müssen vermieden werden. Beim Kauf eines Geräts ist zudem auf einen möglichst hohen Kontrast zu achten, weil sonst zwar ein hoch aufgelöstes Bild entsteht, das aber mit einem Grauschleier überzogen scheint.

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