Friedrich Küppersbusch Krankheit: Morbus Friedrich Küppersbusch

Bildnis von Friedrich Küppersbusch – Rampensau ohne Rampe – Culture

Zehn Jahre zuvor war er das grösste Moderatoren-Talent im deutschsprachigen Raum – heute dreht er Talkshows, in denen er sagt: „Don’t see a sow“: Wo ist Friedrich Küppersbusch geblieben? Vor zehn Jahren verließ Friedrich Küppersbusch den Fernseher. Noch heute fragt ihn die taz – „Herr Küppersbusch, wie geht es uns?

„Und das kleine Berlinische Radio, wie ein Mauerorakel, fragt Küppersbusch jede Woch nach allem, was man sich wünschen kann: nach Klaus Wowereit zum Kanzlerkandidaten, nach Murat Kurnaz, nach dem Klimawechsel, nach Anne Will als Sabine Christiansen, nach der EU-Ratspräsidentschaft, nach Borussia Dortmund. Als Diskussionsteilnehmer ist Küppersbusch eingeladen, weil er sich im Umgang mit dem Netz irrte.

In Dortmund ist Friedrich Küppersbusch zu Haus. „Knochenerbrechen „, bezeichnet er sein größtes Freizeitbeschäftigung. Doch auch heute noch kann jedes Kinde dieses Gespräch mit zwei Klicks im Internet wiederfinden, und so muss Küppersbusch noch über diesen Fehler sprechen. Doch der frühere Redner der ARD-Sendungen „ZAK“ und „PrivatFernsehen“ und der heute tätige Fernsehproduzent – seine Gesellschaft Probono hat ihren Sitz in Köln und Berlin – mussten sich der Diskussion in Köln nicht anschließen.

Klöppel schaut aus wie ein Schüler. Der Küppersbusch hingegen stellt ein Schenkel über das andere und stützt den freigegebenen Fuss weit in Richtung Aula. Eine Intellektuelle. Dennoch wird Peter Friedrich Friedrich dort oben „Friedrich“ und Friedrich, der alle Angestellten in seinem Unternehmen beschäftigt, Peter „Peter“ dort oben anführen.

Damals hat Küppersbusch Anfang der 90er Jahre für sechs Jahre „ZAK“ anders moderiert. Küppersbuschs eigener Fassung kommt der letzten Halbsatz sehr nah. Manche, die mit dem Märchen Küppersbusch – dem Märchen eines Rebellen im linksgerichteten Fernsehen – vertraut sind, und viele, die auch den Menschen verstehen, nehmen wenigstens diesen Teil der Erzählung in die Hand, der ein wenig zur Erzählung seines Daseins geworden ist und um den sich heute viele verschwörungstheoretische Ansätze kreisen.

Einigkeit herrscht bei den Ventilatoren von Küppersbusch: Sie sind der Meinung, dass die Übertragungen ihres Götzen aus politischem Grund eingestellt wurden. Als Produzentin ihres tagesaktuellen „maischberger“-Gesprächs auf n-tv war Küppersbusch tätig. Als “ sehr arbeitsintensiv “ bezeichnet Maischberger die ersten beiden der fünf Jahre, in denen sie mit Küppersbusch zusammengearbeitet haben. Wieso ist er nie zurückgekommen, nachdem er den Fernseher verlassen hat?

„Es gibt keine Treue, die über den reinen Erfolgserlebnis hinausgeht. Das wußte Friedrich am Beginn nicht“, sagt sie und ergänzt ein weiteres „Ich glaube“ an diesen rätselhaften Text, der vielleicht behaupten will, daß Küppersbusch die damalige Verletzung nicht gemeistert hat. Gerade haben Küppersbusch und seine Mitarbeiter eine neue Nummer von „2 plus 4“ fertig gestellt.

Eines von drei Talk-Formaten, die Pröbono nach „maischberger“ noch für n-tv herstellt und „die keine Sau sehen kann“, wie Küppersbusch selbst sagt. Man könnte in einem solchen Moment den vielleicht einzigsten Pressekritiker des Staates befragen, der die Presse selbst macht, warum er nicht auf den Schirm zurÃ? Mit dem Ausstieg von „ZAK“ vor zehn Jahren wurde auch „Der heiße Stuhl“ auf der Leinwand entfernt.

Ähnlich wie Küppersbusch von „ZAK“ bis „PrivatFernsehen“ zum Beispiel wurde auch Roger Willemsen nach oben gelobt. Er verliess das vertraute Studio „0137“, wechselte es gegen das der „Willemsenwoche“ und hatte, wie Küppersbusch, ein Auditorium in der Halle sitzen. Küppersbusch weiss heute, dass er eines Tages die Richtung übernimmt, zuerst insgeheim und dann ganz offen, und sagt, dass dies zu einem „Festival der Rampensauen“ führen wird.

„Es ist mir nicht gelungen“, sagt Küppersbusch. Damit meinte er, dass „PrivatFernsehen“ nur fast ein Jahr lang gesendet wurde, weil die Fernsehzuschauer wegblieben, die Rezensionen schlecht waren und er selbst als „ZAK“-Star desillusioniert war. Laut seiner Fassung war es Nikolaus Brender, der damalige Programmleiter des WDR, der es so weit geschafft hat.

Über die Fassung von Friedrich Küppersbusch muss Nikolaus Brender nachdenken. Mit ordentlicher Geste sagt er: „Es gab lange Gespräche mit dem Kollegen Küppersbusch. Aber Friedrich Küppersbusch wollte damals etwas Neuartiges, er spürte auf der Höhe und wollte etwas anderes machen. Friedrich Küppersbusch denkt das auch.

Wenn Günter Verheugen einmal bei „ZAK“ zu Besuch war, war Küppersbuschs erster Ansporn, ihn nach der Besteckbrille mit den Aschergläsern und seiner Haarnadelkurve zu befragen. So lautet die immer noch über Friedrich Küppersbusch stehende Frage: Wie ist das geschehen?

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